BAUA-Studie Wie Smartphones und Tablets den Körper belasten

Über mögliche Gesundheitsgefahren durch Handy-Strahlung sind die Meinungen unter Medizinern geteilt. Doch es gibt auch Risiken beim täglichen Umgang mit Mobilgeräten, die medizinisch eindeutig belegbar sind.
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Daumen und Nacken werden bei häufigem Handy-Gebrauch besonders belastet. Quelle: dpa
Gesundheitsrisiko Smartphone

Daumen und Nacken werden bei häufigem Handy-Gebrauch besonders belastet.

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BerlinDie tägliche Nutzung von mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets kann sich negativ auf die Gesundheit der Nutzer auswirken. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA) hat jetzt die Ergebnisse einer entsprechenden Studie vorgestellt. Wer viel mit Smartphone oder Tablet arbeitet, riskiert demnach unter anderem entzündete Daumensehnen und Nackenschmerzen.

Die Daumen leiden etwa unter dem Eintippen von Textnachrichten auf kleinen Bildschirmen, aber auch unter der Bedienung von Touch-Bildschirmen, etwa beim Scrollen. Der Nacken verspannt auf Dauer, wenn sich Nutzer nach vorne beugen, um das Display zu sehen.

Wie schädlich ist Handystrahlung wirklich?
Schaden Funkstrahlen der Gesundheit?
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Strahlung kann Zellen, Erbgut oder Gewebe schädigen – wie stark, hängt dabei ganz wesentlich davon ab, wie viel Energie die „Strahlen“ transportieren. Handystrahlen – oder genauer, all die elektromagnetischen Wellen aus WLAN-Stationen, Bluetoothempfänger, Mobilfunkmasten oder dem Handy an unserem Ohr – gehören zu den Mikrowellen, einem Strahlungsband mit Wellenlängen zwischen rund 30 Zentimetern und einem Millimeter.

Die Funkstrahlen sind damit energieärmer als etwa Infrarotstrahlen oder auch die Mikrowellen, die zum Erhitzen der Pizza im Mikrowellenofen dienen. Von Haus aus harmlos sind sie nicht: Dem Körper könnten die niederfrequenten Mikrowellen durch „thermische Belastung“, also Überhitzung, durchaus schaden. Denn lange auf ein Gewebe gerichtete Strahlung heizt das Wasser in den Zellen auf.

Grenzwerte sollen schützen
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Seit langem sind gesetzlich festgeschriebene Grenzwerte zum Schutz der Verbraucher festgelegt. Sie basieren auf Experimenten, die die thermische Beeinflussung biologischer Strukturen durch die Strahlungswirkung untersucht haben – als Richtschnur gilt, dass sich das Gewebe nirgendwo um mehr als ein Grad Celsius erwärmen soll. Die Grenzwerte sorgen dafür, dass Ohrmuscheln oder Gehirnneuronen nicht durch die Handystrahlung überhitzen.

Risiko auch innerhalb der Grenzwerte?
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Die Grenzwerte schützen davor, dass sich unser Gehirn während eines Gesprächs gesundheitsgefährdend aufheizt. Aber haben die Handystrahlen auch unterhalb des Grenzwertes negative Folgen für die Gesundheit? Seit vielen Jahren versuchen Forscher weltweit intensiv, solche möglichen Effekte zu beweisen. Bisher ist kein Beleg für eine gesundheitsschädliche Wirkung von Handystrahlung unterhalb der Grenzwerte gefunden und unabhängig bestätigt worden.

Lösen Handystrahlen Krebs aus?
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Am häufigsten wird spekuliert, dass die Strahlung womöglich über unspezifische Effekte die Zellen entarten lassen könnte. Nach vielen Studien zum Thema gehen die meisten Experten heute davon aus, dass Telefonieren mit dem Handy das akute Krebsrisiko nicht erhöht. So haben etwa Versuche mit bestrahlten Zellen im Labor keine verlässlichen Hinweise auf Zellschädigungen erbracht, während epidemiologische Studien kein höheres Krebsrisiko bei Mobilfunknutzern erkannt haben.

Sind chronische Vieltelefonierer besonders gefährdet?
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Vor einigen Jahren hat eine umfassende Studie, bei der rückwirkend Tumorpatienten nach ihren Telefonier-Gewohnheiten in den zurückliegenden Jahren befragt wurden, in der Gruppe von Vieltelefonierern Hinweise auf ein geringfügig höheres Risiko für Hirntumoren gefunden. Einige der beteiligten Forscher vermuteten allerdings sofort, dass die Erinnerung der Befragten, auf der die Resultate beruhen, nicht zuverlässig genug war, um die geringen Unterschiede wasserdicht zu belegen. Die Schlussfolgerung war deshalb innerhalb des Forscherteams umstritten.

Sind Kinder besonders gefährdet?
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Kinder sind anfälliger gegenüber Strahleneinwirkung: Ihr Nervensystem entwickelt sich noch, ihr Kopf absorbiert mehr Energie und sie sind im Vergleich zu Erwachsenen in ihrer Lebenszeit sicherlich länger den Strahlenquellen neuer drahtloser Technologien als die heute lebenden Erwachsenen ausgesetzt. Allein deshalb empfehlen Experten zur Vorsorge, den Gebrauch von Handys einzuschränken. Die bisher durchgeführten Studien kommen dessen ungeachtet aber zu dem Schluss, dass auch bei Kindern kein erhöhtes Risiko durch Mobilfunkstrahlen besteht. Natürlich werden auch in diesem Bereich weitere Studien durchgeführt, um zuverlässigere Langzeitdaten zu erhalten.

Wie groß ist das Risiko für Schwangere?
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Bei einem üblichen Handytelefonat von Schwangeren wird kaum Energie durch das Gewebe bis zum Ungeborenen transportiert. Dies verdeutlichen etwa Untersuchungen über den Energiefluss im Kopf während eines Telefonats: Schon die dem Handy gegenüberliegende Kopfseite wird deutlich geringer belastet als die andere Schädelhälfte. Eine nennenswerte thermische Belastung des Ungeborenen beim Mobiltelefonieren erfolgt selbst dann kaum, wenn das Handy an den Bauch statt das Ohr gehalten würde. Wie immer gilt zudem, dass die Strahlenbelastung zusätzlich stark sinkt, wenn das Handy zur Seite gelegt und mit Headset telefoniert wird.

Auch Verrenkungen, um den Bildschirm vor einfallendem Licht abzuschirmen, sind schlecht für den Rücken und den Nacken. Nutzer sollen dies der Studie zufolge häufig machen, um Reflexionen auf dem Gerät zu unterbinden.

Die Studie der BAUA gibt auch Hinweise, wie die körperliche Belastung durch Mobilgeräte reduziert werden können. Der grundsätzliche Rat der Experten lautet, Tablets und Smartphones immer nur für kurze Zeit zu benutzen.

Darüber hinaus verhindern reflexionsarme Displays unnötige Verrenkungen. Sind diese nicht von Hause aus verbaut, sollten Anwender reflexionsmindernde Folien verwenden. Wer längere Zeit mit einem Smartphone oder Tablet arbeitet, sollte zudem statt der Bildschirmtastatur eine externe Tastatur verwenden.

Unabhängig von der Eingabeart sollten die Arme und der Rücken durch Ablageflächen und Ständer für die mobilen Geräte entlastet werden. Die von der BAUA vorgeschlagenen Hinweise eignen sich allerdings eher für Nutzer, die mobile Geräte in einer Büroumgebung verwenden. Für den Außeneinsatz sind viele der Vorschläge ungeeignet.

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1 Kommentar zu "BAUA-Studie: Wie Smartphones und Tablets den Körper belasten"

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  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke....

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
    Danke

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