Beamer
Bilder im Riesenformat

Durch Beamer wird das Wohnzimmer zum Kinosaal. Mit der HD-Technik, im Fachjargon Full-HD, hoffen Hersteller wie Panasonic, Toshiba oder BenQ, das Geschäft mit Bildwerfern fürs Heimkino wieder anzukurbeln. Denn das lief in den ersten drei Quartalen dieses Jahres gar nicht gut.
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Günstig ist der Beamer mit dem sperrigen Namen AE2000E nicht. Für 2700 Euro wirft das neue Flaggschiff unter den Heimkino-Projektoren aus dem Hause Panasonic bewegte Bilder in Großformat an die Wand. Und das mit voller Auflösung. Egal, ob Spielfilm im neuen Fernsehformat HDTV (High Definition Television) oder bewegte Bilder von der Blu-ray Disc oder HD-DVD, den neuesten Speichermedien: Der Bildwerfer projiziert alles mit dem hochauflösenden Raster von 1920 x 1080 Pixel an die Wand. Das entspricht einer Qualität, die der Zuschauer bisher nur von der Kinoleinwand kannte. Selbst Bildformate von zwei Metern gibt es für die Wohnzimmerwand, ohne dass der Betrachter einen Unterschied zum Lichtspieltheater merkt.

Mit der HD-Technik, im Fachjargon Full-HD, hoffen Hersteller wie Panasonic, Toshiba oder BenQ, das Geschäft mit Bildwerfern fürs Heimkino wieder anzukurbeln. Denn das entwickelte sich in den ersten drei Quartalen dieses Jahres rückläufig. Während der Absatz professioneller Videoprojektoren etwa für Präsentationen in Unternehmen zulegte, gingen in den ersten drei Monaten knapp sieben Prozent weniger Beamer für das Heimkino über die Ladentische. Der Umsatz sank um 14 Prozent. "Im vergangenen Jahr hat die Fußballweltmeisterschaft die Verkaufszahlen hochgeschraubt", sagt Aleksander Tomasevic von der Gesellschaft für Konsumforschung. Fußballfans, die kein Ticket mehr für die Spiele bekommen haben, legten sich einen Beamer zu, um daheim die WM auf Großformat verfolgen zu können.

Vor allem der Durchbruch der Flachbildtechnologie bei Fernsehgeräten geht heute zulasten der Beamer. Hier profilieren sich besonders die LCD-TV-Geräte mit immer größeren Bildschirmen. Der Umsatz mit LCD-Fernsehern legte im vergangenen Jahr um 75 Prozent zu. "Die Flat-Panels mit Bilddiagonalen von 30 Zoll und mehr laufen den Beamern den Rang ab", sagt Roland Stehle von der Gesellschaft für Unterhaltungselektronik. Schließlich lassen sich die flachen Flundern einfach an die Wand hängen. Und der Masse der Zuschauer genügt eine Bilddiagonale von 30 Zoll.

Hersteller wie etwa BenQ ficht das nicht an. Wie Panasonic erwarten auch die Taiwaner im Heimkino-Bereich mit hochwertigen HD-Beamern eine Steigerung des Absatzes. "Wir rechnen im Hinblick auf sportliche Großereignisse wie die Olympischen Spiele 2008 wieder mit einem wachsenden Markt", sagt Alexander Kahl, Produktmanager bei BenQ. Den Markt für LCD- oder Plasma-TV-Geräte sieht BenQ dabei nicht als wirkliche Konkurrenz an. "Schließlich kosten große Flat-TVs mit einer Bildschirmdiagonale ab zwei Meter das Vier- bis Fünffache im Vergleich zu einem Beamer", sagt Kahl. Ein Bildwerfer kann den Fernseher sogar ersetzen. Zur Projektion der Fernsehbilder in Großformat an die Wand ist nur ein TV-Tuner notwendig.

Annika Reinert
Angela Hennersdorf
Wirtschaftswoche / Korrespondentin New York

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