Bedrohung aus dem Netz
Handy soll Online-Geldgeschäfte sicher machen

Diesmal soll wirklich alles ganz sicher werden: „2FA“ heißt die Anwendung, mit der das finnische Softwareunternehmen Meridea das Phishing und Pharming endgültig in den Griff bekommen will. „Meridea 2FA ist gegen alle bekannten Formen der Internet-Kriminalität immun“, so das Unternehmen vollmundig.

HB DÜSSELDORF. Mobiltelefon und Internet-Computer sollen zusammenspielen, um das beliebte Online-Banking endlich vor Manipulationen zu schützen. Funktionieren soll das Verfahren folgendermaßen: Wenn ein Kunde eine Überweisung auf seinem PC vorbereitet, stellt ihm seine Bank am Computerbildschirm eine lange Nummer zur Verfügung. Jetzt kommt das Handy ins Spiel. Auf dem Telefon des Bankkunden ist ein kleines Programm von Meridea installiert, das die Nummer überprüft. Stammt der eingegeben Code nicht von der Bank, sondern ist Resultat eines Hackertricks, erscheint auf dem Display des Mobiltelefons ein Warnhinweis. Ist der Code echt, sieht der Kunde Details seiner vorbereiteten Überweisung auf dem Handy: den Überweisungsbetrag und die letzten Ziffern der Kontonummer des Empfängers. Stimmen diese Angaben, bestätigt dies der Kunde mit seiner geheimen Pin-Nummer, die er in das Handy tippt. Erst dann zeigt die Meridea-Software eine gültige Tan für die Überweisung an.

Das komplizierte Hin und Her zwischen Handy und Computer soll helfen, bisher bekannte Schwachstellen im Online-Banking abzustellen, etwa die Möglichkeit, dass ein Hacker Pin- und Tan-Nummer für eine Überweisung in Erfahrung bringt und die Daten nutzt, um das Konto zu plündern. In der Praxis ist das Verfahren noch nicht erprobt worden. Die IZB Soft GmbH, das Rechenzentrum der bayerischen Sparkassen, will das Authentifizierungsverfahren aber 2006 für seine angeschlossenen Sparkassen einführen.

Sicherheitsexperten begrüßen den Versuch, neue Wege zu gehen und Alternativen zu den komfortablen, aber unsicheren Pin- und Tan-Verfahren zu entwickeln. Denn das Online-Banking ist zwar so beliebt wie nie – aber auch stärker im Visier von Kriminellen als je zuvor. Dem Bundesverband deutscher Banken (BdB) zufolge wickeln vier von zehn deutschen Bankkunden Geschäfte online ab. 74 Prozent der Online Banking-Nutzer sind von der Sicherheit des Mediums überzeugt – zu Unrecht. Derzeit zielen weltweit knapp drei Viertel der zu kriminellen Zwecken geschriebenen Programme auf den Missbrauch von Konto- und Karteninformationen, so der IT- Sicherheitsanbieter Symantec.

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