Bedrohungsszenarien in der Cyberwelt: PC kann zum Zombie mutieren

Bedrohungsszenarien in der Cyberwelt
PC kann zum Zombie mutieren

Die Gefahr durch Viren, Würmer und Trojaner ist den meisten Unternehmern bekannt. Aber dass der eigene Computer zum Zombie in der Cyberwelt mutieren kann und gezielt missbraucht wird, um andere Rechner mit Spam-Mails zu bombardieren, ist vergleichsweise neu.

dpa HANNOVER. Die Gefahr im Netz wächst stetig - und damit die Schäden für die Wirtschaft. "Wir gehen jährlich von 20 bis 50 Mrd. Euro aus", schätzt der Geschäftsführer des russischen Antivirensoftware-Herstellers Kaspersky Labs in Deutschland, Andreas Lamm.

"Wir verzeichnen ein absolutes Wachstum der Attacken", sagt Lamm. Allein durch den Mail-Wurm Bagle seien im Januar rund 350 000 PCs infiziert worden. Zwischen 50 und 250 neue Würmer tauchten jeden Tag in Deutschland auf und überfluten die PCs, sagt Lamm. Kaspersky sieht für das laufende Jahr besonders eine massive Bedrohung durch so genannte Zombie-PCs (ferngesteuerte Rechner), Denial-of-Service- Attacken (Lahmlegen von Servern durch eine Überflutung von Anfragen) und das Phishing (Abfischen sensibler Daten).

Inzwischen haben verstärkt Kriminelle die Computer-Schadprogramme für sich entdeckt. Auch Erpressung ist kein Einzelfall mehr. Zahlten die Unternehmen nicht den geforderten Geldbetrag, drohten die Kriminellen mit der Lahmlegung der Firmen-Webseite, sagt Lamm. "Die Hacker manipulieren gezielt, um sich finanzielle Vorteile zu erschleichen."

"Computer, die nicht durch eine Firewall geschützt sind, werden leicht zu Opfern von Internetbetrügern", weiß Lamm. "Besucht der Nutzer eine bestimmte Webseite, schleichen sich die Würmer auf dem Rechner ein und übernehmen stillschweigend die Kontrolle." Die PCs würden als Zombies vorbereitet, begeben sich in Lauerstellung und warteten auf einen Befehl, um dann tausende Spam-Mails zu senden. "Der Computer arbeitet wie ferngesteuert", warnt der Experte.

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