Begleit-Software
Experte entdeckt kritische ePerso-Sicherheitslücke

Der elektronische Personalausweis steht weiter in der Kritik von Sicherheitsexperten. Ein Computerexperte entdeckte eine weitere Sicherheitslücke bei der Online-Identifizierung mit dem neuen Personalausweis.
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Berlin/HannoverBetrüger könnten sich unter bestimmten Voraussetzungen über das Internet als Inhaber des Dokuments ausgeben, berichtete der Informatikstudent Jan Schejbal. Das Problem liege dabei nicht bei dem elektronischen Dokument selbst, sondern bei einer Beigleit-Software, die viele Nutzer installiert hätten. „Mit dieser Lücke kann der Angreifer den Ausweis konkret missbrauchen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) als zuständige Behörde erklärte, den Bericht zu prüfen.

Schejbal konstruierte einen mehrstufigen Angriff. Er setzt an einer Browser-Erweiterung an, die Nutzer bestimmter Lesegeräte installieren können. Das Plugin erlaube einer Website, auf den Kartenleser und den darauf liegenden Ausweis zuzugreifen, berichtete Schejbal. Wenn der Angreifer die Geheimzahl (PIN) kenne, könne er den Ausweis nutzen wie das Opfer. Schejbal, Mitglied der Piratenpartei, hatte im Januar demonstriert, wie die PIN ausgespäht werden kann.

Damit der Angriff gelingt, müssen aber mehrere Voraussetzungen erfüllt sein. Nur das Basislesegerät ist dafür anfällig, die teureren Standard- und Komfortlesegeräte sind nicht betroffen. Auf dem Rechner des potenziellen Opfers muss überdies das Plugin OWOK installiert sein - dies sei Teil vieler „Starterkits“, die zum Start des neuen Personalausweises verteilt wurden, erklärte Schejbal. Zudem sei Voraussetzung, dass der Ausweis auf dem Lesegerät liege.

Das Fachmagazin „Heise Online“ bestätigte die Wirksamkeit des Angriffs. „Nach meiner Einschätzung ist es das erste Szenario, das Schadpotenzial hat“, sagte Redakteur Axel Kossel.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Begleit-Software: Experte entdeckt kritische ePerso-Sicherheitslücke"

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  • Alter Hut und immer noch nicht gelöst, oder wie?

    Hatte nicht jemand vor einigen Monaten
    einen Link hier bei Handelsblatt gepostet,
    für einen internationalen Ersatz-Pass oder -ausweis
    als Alternative zum Reisepass
    ( ggf. ohne Fingerabdrücke? ).

    Weiss jemand mehr hierüber?

  • Wie blöd ist das denn?
    Dass das Basislesegerät nicht wirklich sicher ist - das ist ein alter Hut.
    Und der Experte hat es jetzt auch gemerkt - supi.

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