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Bei Computerfrust schlägt mancher zu

Viele Menschen entwickeln zu ihren Computern emotionale Beziehungen. Und wenn der Computer streikt, werden manche handgreiflich. Fast jeder Dritte hat einer Studie zufolge zumindest schon mal nach der Maus geschlagen.

dpa HAGEN. Viele Menschen entwickeln zu ihren Computern emotionale Beziehungen. Und wenn der Computer streikt, werden manche handgreiflich. Fast jeder Dritte hat einer Studie zufolge zumindest schon mal nach der Maus geschlagen.

Immerhin 1,5 Prozent der Nutzer gaben zu, gleich den ganzen Monitor vom Tisch gefegt oder den PC absichtlich fallen gelassen zu haben. Zwei Drittel berichteten, ihrem Computer gegenüber gelegentlich laut zu werden, wie die Fernuniversität Hagen am Dienstag mitteilte.

Für ihre Magisterarbeit hatte die Soziologin Marleen Brinks Menschen befragt, die beruflich mindestens 30 Stunden pro Woche am Computer arbeiten. Die Auswertung der 340 Fragebögen belege, dass viele Menschen ihren PC nicht als Maschine sehen, sondern als Wesen, berichtete die Hochschule.

Die Idee zu der Untersuchung brachte die Soziologin von ihrer früheren Arbeit in einer IT-Abteilung mit. Dort habe sie regelmäßig beobachtet, wie die Kollegen ihren PCs gut zuredeten, sie lobten und streichelten, aber auch mit ihnen schimpften - und zuschlugen, wenn diese den Dienst verweigerten. Aggression gegen Technik sei ein breites Feld, betonte die Universität: Menschen ärgerten sich über Fahrkartenautomaten, beschimpften Scannerkassen, träten Autos. Und sie schlügen Computer. Erforscht sei dies jedoch kaum.

Die Kosten durch nicht funktionierende Technik seien jedoch hoch. Eine niederländische Studie gehe von anderthalb mit PC-Problemen verlorenen Stunden pro Woche an jedem Bildschirmarbeitsplatz aus, andere Studien veranschlagten den Zeitverlust noch erheblich höher. Brinks will ihre Untersuchung jetzt in einer Doktorarbeit fortsetzen.

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