Bericht des Wall Street Journal
Brennstoffzelle für Handys kommt später

Der finnische Handybauer Nokia hat seine Pläne für die Entwicklung von Brennstoffzellen-Handys vorerst zurückgestellt. Die Entwicklung werde zumindest in den nächsten Jahren nicht mehr weiterverfolgt, sagte ein Nokia-Sprecher laut einem Bericht des Wall Street Journal (WSJ).

HB DÜSSELDORF. Die Technologie sei einfach noch nicht reif genug, sagte der Sprecher. Als weiteren Grund für den Entwicklungsstopp nannte Nokia die Sicherheitsbestimmungen bei Flugreisen in die USA. Derzeit ist es verboten, in Flugzeugen ohne spezielle Schutzvorrichtungen Methanol zu transportieren.

Die Absage an die Weiterentwicklung von Brennstoffzellen-Handys kommt überraschend. Noch im Juni des Vorjahres hatte Nokias Entwicklungschef Tero Ojanpera bei einem Treffen in Helsinki den Prototypen eines methanol-betriebenen Bluetooth-Handys vorgestellt. Zu dieser Zeit hieß es noch, die Technologie sei schon weit fortgeschritten. Es werde weniger als zwei Jahre dauern, bis Brennstoffzellen-Handys marktreif wären.

Der finnische Handyriese will sich den Weg in die Brennstoffzellen-Zukunft jedoch nicht ganz verbauen. Nokia-Manager Matti Naskali bezeichnet die Technologie nach wie vor als vielversprechend. Nokia werde die Entwicklung der Technik weiter beobachten, hieß es.

Ulf Groos, beim Fraunhofer für Solare Energiesysteme-Institut ISE in Freiburg für das Marketing von Brennstoffzellensysteme zuständig, wundert der Rückzug des Handybauers nicht. "Schnelle Erfolge sind bei der Entwicklung einer Brennstoffzelle für Mobiltelefone nicht zu erzielen", sagt der Fraunhofer-Experte. Groos rechnet damit, dass Methanol-Brennstoffzellen, die wie ein Akku in das Handy eingesetzt werden können, nicht vor 2008 serienreif sein werden. Externe Ladegeräte auf Basis von Brennstoffzellen wird es dagegen schon wesentlich früher geben.

Das Fraunhofer-Institut in Freiburg entwickelt selbst solche Brennstoffzellen für die mobile Stromversorgung. Vor zwei Jahren haben die ISE-Forscher in einer Studie gezeigt, dass es durchaus Sinn macht, den Akku im Laptop durch eine Brennstoffzelle zu ergänzen. Externe Lösungen gibt es hierfür bereits heute. Bis zur Marktreife von Brennstoffzellen, die in mobilen PCs integriert werden können, wird es jedoch noch dauern. "Vorher müssen noch einige Probleme gelöst werden", sagt Groos.

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