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Berlinerin erhielt ersten elektronischen Pass

Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) hat am Donnerstag den ersten elektronischen Pass überreicht. „Sie haben den sichersten Pass der Welt“, sagte der scheidende Minister bei der Übergabe des Dokuments an die Berlinerin Marion Lestmann.

dpa BERLIN. Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) hat am Donnerstag den ersten elektronischen Pass überreicht. „Sie haben den sichersten Pass der Welt“, sagte der scheidende Minister bei der Übergabe des Dokuments an die Berlinerin Marion Lestmann.

Der elektronische Pass, der seit Donnerstag von allen Passbehörden ausgegeben wird, enthält im Deckel einen Chip mit dem gespeicherten digitalen Bild des Inhabers. Von März 2007 an werden weitere biometrische Daten wie Fingerabdrücke digital erfasst. Die alten Pässe behalten bis zum Ablaufdatum ihre Gültigkeit.

Der neue Pass soll die Identitätsfeststellung erleichtern, Fälschungen vorbeugen und höchste internationale Sicherheitsstandards erfüllen. Der deutsche Pass „ist ein Musterstück für höchste Fälschungssicherheit“, sagte Schily. Das Reisedokument erfülle bereits die neuen verschärften Einreiseanforderungen der USA. Die Sicherheit hat für den Bürger allerdings auch einen Preis: Statt bisher 26 Euro kostet ein neuer Pass 59 Euro.

Ausgangspunkt für den neuen Pass war das Terrorismusbekämpfungs-Gesetz von Januar 2002. Mit dem neuen Reisedokument hat Deutschland laut Schily eine Vorreiterrolle übernommen, die auch industriepolitische Vorteile bringe. Viele der Technologien wie Chiptechnik, modernste Drucktechnik und biometrische Verfahren seien hier entwickelt worden. Mit Deutschland führten jetzt auch Schweden und Norwegen elektronische Pässe ein. Weltweit planten dies 40 Staaten. Als weiteren Schritt nannte Schily den Abgleich von Fahndungsdaten. Dafür müsse aber die künftige Koalition noch die gesetzlichen Grundlagen schaffen.

Entschieden wies Schily die Kritik von Datenschützern zurück, die das Verfahren für unsicher halten und Missbrauch befürchten. Deutschland habe das datenschutzfreundlichste Verfahren gewählt. Nachträgliche Veränderungen der auf dem Chip gespeicherten Daten und ein heimliches Abhören der Datenübertragung zwischen Chip und Lesegerät sind Schily zufolge ausgeschlossen.

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