Beteiligung an Click&Buy
Telekom steigt bei Internet-Bezahldienst ein

Die Deutsche Telekom ist beim Internet-Bezahldienst Click&Buy eingestiegen. Zukünftig soll es auch Kooperationen zwischen Click&Buy und der Online-Abrechnungstochter der Telekom, T-Pay geben.

HB FRANKFURT. Die Beteiligung am Click&Buy-Betreiber Firstgate Holding aus dem schweizerischen Zug belaufe sich auf zehn Prozent, teilte die Telekom-Beteiligungsgesellschaft T-Venture am Freitag mit. Die Telekom-Festnetzsparte T-Com betreibt mit T-Pay ein eigenes Online-Abrechnungssystem. Beide Systeme sollen nun kooperieren. Click&Buy-Kunden können künftig ihre Online-Käufe über die Telefonrechnung der T-Com abrechnen. Über sechs Mill. Kunden bezahlen ihre Einkäufe im Internet mit Click&Buy. Mehr als 40 Mill. Telefonkunden können dann wählen, ob sie T-Pay oder Click&Buy zum Bezahlen verwenden wollen.

T-Pay will auch vom Händlernetz von Click&Buy profitieren. 6000 Anbieter in Europa nutzen Click&Buy zur Zahlungsabwicklung, darunter Apple i-Tunes, Skype und die Stiftung Warentest. Auch die Telekom-Internettochter T-Online kooperiert mit Click&Buy. Für T-Pay werde sich die internationale Reichweite erhöhen, indem künftig auch ausländische Händler ihren Kunden T-Pay als Zahlungsmethode anbieten könnten.

„Wir erhoffen uns aus der Kooperation ein starkes Umsatzwachstum“, sagte Firstgate-Vorstandschef Norbert Stangl der Nachrichtenagentur Reuters. Er setzt darauf, dass die Telekom Click&Buy auch zum Zahlen an den öffentlichen Interneteinwahlpunkten (Hot Spots) einsetzt.

Derzeit werden über Click&Buy im Jahr niedrige dreistellige Millionen-Euro-Umsätze abgewickelt. Das Unternehmen verdient sein Geld mit Umsatzprovisionen, die fünf bis zwölf Prozent betragen, der Kunde zahlt für die Abrechnung nichts. Durch die Kooperation und durch die wachsende Bedeutung des Internets im Allgemeinen sollte der Umsatz in zwei bis drei Jahren auf mehr als eine Milliarde Euro steigen, prognostizierte Stangl. Dann plane Firstgate auch einen Börsengang, ergänzte er.

„Mit dem Geld aus dem zehnprozentigen Anteilsverkauf möchten wir die Expansion in Europa forcieren“, sagte Stangl. „Auch in den USA wollen wir unser Geschäft ausbauen.“ Click&Buy will sich mit der Kooperation besser gegenüber der Konkurrenz aus den USA aufstellen. In Europa ist Click&Buy mit über sechs Mill. Kunden die Nummer eins. Viel mächtiger ist aber Branchenprimus Paypal, der zu Ebay gehört und über 100 Mill. Kunden zählt. Auch Google hat einen eigenen Dienst gestartet.

„Wir könnten mit der Telekom versuchen, auf Augenhöhe mit solchen Anbietern zu gehen“, sagte Stangl. Denn weltweit zähle die Telekom über 130 Mill. Kunden. T-Pay und Click&Buy sollten parallel eingesetzt werden. „Man muss schauen, was sich da noch ergibt“, sagte Stangl auf die Frage, ob T-Pay langfristig ersetzt werden könnte. Wie die „Wirtschaftswoche“ berichtet, lässt sich die Telekom den Zukauf mehrere Mill. Euro im unteren zweistelligen Bereich kosten.

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