Betriebssystem ChromeOS
Googles neuer Schnellstarter

Wie angekündigt hat Google sein Betriebssystem ChromeOS als Open Source veröffentlicht. Das „Google Chrome Operating System“ basiert auf Linux mit einem neuen Windowing-System und startet direkt in Googles Browser Chrome, in dem die Applikationen laufen.
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BERLIN. Es gibt heute kein Produkt, keine Beta und keine Geräte, das machte Googles Produktmanager Sundar Pichai am Donnerstagabend gleich zum Anfang seiner Ankündigung klar. Stattdessen will Google die Quellcodes von ChromeOS als Open Source freigeben, um Entwickler einzuladen, an der Weiterentwicklung des Betriebssystems mitzuarbeiten.

Das Betriebssystem selbst soll innerhalb von Sekunden starten und Nutzer so in kurzer Zeit ins Internet bringen, das ist die Grundidee der Google-Entwickler. Dazu verzichtet ChromeOS auf die Initialisierung der Hardware und verlagert Funktionen aus der Firmware in den Kernel, um Geräte parallel zu initialisieren. Auch einen Splashscreen sparen die Google-Entwickler ein. Gleiches gilt für typische Hintergrundapplikationen wie Virenscanner. In Googles Demonstration startet ChromeOS auf einem Netbook innerhalb von etwa 5 bis 7 Sekunden.

Zudem werden alle ChromeOS-Geräte mit Flashspeicher ausgestattet. Auf Festplatten wird komplett verzichtet, um für hohe Geschwindigkeit zu sorgen. Beim Booten überprüft Google sämtliche Firmware, um Malware auszuschließen, und nennt dies Verified-Boot-Prozess. Werden Veränderungen festgestellt, lädt ChromeOS die entsprechenden Komponenten aus dem Netz und heilt sich somit selbst.

Das User-Interface von ChromeOS ist minimal gehalten. Letztlich läuft nur der Browser Chrome im Vollbild, der um Anzeigen für Ladestand des Akkus und den Netzwerkstatus erweitert wurde. Tabs können auch als Dateibrowser genutzt werden. Zudem gibt es im User-Interface sogenannte Panels, Fenster, die an Festerposition verharren und mehr Tabs haben können, beispielsweise für einen Instant Messenger.

Nutzer können zwischen mehreren Fenstern wechseln und Tabs von einem Fenster in ein anderes schieben. Die offen Fenster zeigt ChromeOS am unteren Rand des Bildschirms in kleinen Vorschauversionen.

Alle Daten werden dabei mit Googles Servern synchronisiert. Das Root-Dateisystem wird nur zum Lesen geöffnet und liegt verschlüsselt vor. Kommt ein Gerät mit ChromeOS abhanden, sind die Daten somit sicher, und auf dem Ersatzgerät stehen die persönlichen Daten nach einer Synchronisierung wieder zur Verfügung.

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