Bezahlverfahren mittels Telefon und Web
Kassen mit Handys klingeln lassen

Auch im Internet gehören Lastschrift, Kreditkarte und Rechnung zu den beliebtesten Zahlungsmethoden, so eine Umfrage der Universität Karlsruhe. Rein Internet-basierte Verfahren wie Cybercash oder E-Cash haben sich dagegen kaum durchgesetzt. Nun setzen einige Anbieter jedoch aufs Bezahlen via Handy.

HB HAMBURG. Bei kleineren Beträgen, dem so genannten Micro-Payment haben sich unterdessen einige reine Internet-Systeme wie zum Beispiel Web.Cent von Web.de, Firstgate click&buy und T-Pay, erfolgreich durchgesetzt. Sie werden vor allem für Beträge unter zehn Euro genutzt. Gehen beim so genannten Macro-Payment jedoch größere Geldbeträge über den virtuellen Ladentisch, können die Transaktionen im Zweifelsfall auch zu hohen Verlusten führen. "Im Internet entsteht der Branche in Deutschland einer Schätzung zufolge jedes Jahr ein Verlust von mindestens 100 Mill. ?", sagt E-Business-Consultant Marco Brandt in Markkleeberg bei Leipzig.

"Bietet ein Händler für die Bezahlung seiner Waren im Internet das Lastschriftverfahren an, muss er mit einem Zahlungsausfallrisiko von rund 4,6 % rechnen. Rund 12,5 % aller Rechnungsstellungen münden in einem Mahnverfahren", sagt Andreas Stefanis, Sprecher von Pago eTransaction Services in Köln. Bei Kreditkartenzahlungen verlaufe angeblich jeder dritte Transaktionsversuch weltweit nicht erfolgreich, darunter allerdings auch abgebrochene Transaktionen, ergab eine Studie des Unternehmens. Positiver schätzt die Landesbank Berlin die Zahlmethode ein: 99,7 % der Internetumsätze in Deutschland, die per Kreditkarte getätigt wurden, verliefen ohne Probleme, heißt es in einer Studie des Karten-Herausgebers.

Während ein ideales System auf Händlerseite minimale Transaktionskosten und Ausfallrisiken gewährleisten muss, möchte ein Käufer praktisch keine Veränderung gewohnter Zahlungsabläufe. Mit Verified by Visa und Mastercard Secure-Code haben zwei Unternehmen ein System entwickelt, das den Ansprüchen beider Parteien gerecht werden soll. Denn: Der Einsatz von Kreditkarten allein birgt für die Händler ein großes Risiko. "Der Kartenbetrug kommt im Netz etwa zehn bis zwanzig Mal häufiger vor, als bei der Bezahlung im Laden", sagt Markus Schaffrin vom Verband der Internetwirtschaft eco in Köln.

Bei dem System arbeiten Händler, Händlerbanken, Kunden und deren Banken zur Authentifizierung zusammen. Der Vorteil für den Händler: "Die Methode ist praktisch eine Zahlungsgarantie für alle Transaktionen, die vollständig ausgeführt wurden", sagt Brandt. Der Kartenmissbrauch im Internet könne um rund 80 % gesenkt werden. Ab April werde die Deutsche Bank, die DZ Bank und die WGZ Bank ihre Karten erstmals mit dem System ausstatten, sagt Marcus Schoene, Sprecher von Visa in Frankfurt.

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