Big Brother Awards
Apple und Facebook sind „Datenkraken“ des Jahres

Wer mit seinem iPhone telefonieren möchte, muss der Verwendung von Standortdaten zustimmen. Facebook hat das Geschäft mit den Daten sogar zum Geschäft gemacht. Datenschutz-Aktivisten protestieren mit einem Negativpreis.
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Bielefeld

"Datenkraken", "Überwachungsfetischisten", "Datenschutzvandalen" - der Datenschutzverein FoeBuD hat viele Namen für die Personen und Organisationen, die jährlich mit den unrühmlichen Big Brother Awards ausgezeichnet werden. Am Freitag wurden in Bielefeld die acht diesjährigen "Preisträger" gekürt: In der Kategorie Kommunikation bekamen das soziale Netzwerk "Facebook" und die Apple GmbH in München den Negativpreis.

Facebook verdiene mit systematischen Datenschutzverstößen Milliarden, hieß es in der Begründung. Apple zwinge die iPhone-Besitzer den Datenschutzbedingungen zuzustimmen, sonst könnten sie nur mit dem Gerät telefonieren. Nach der Zustimmung könnten Lokalisierungs- und Standortdaten der Nutzer von App-Betreibern und Werbekunden genutzt werden, um speziell zugeschnittene Werbung zu platzieren, hieß es.

Weitere Preisträger sind etwa der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann (CDU). Der habe den ersten nachgewiesenen polizeilichen Einsatz einer Mini-Überwachungsdrohne zu verantworten, nämlich bei den Castor-Protesten im November 2010. Die Modemarke Peuterey verstecke in der Kleidung sogenannte RFID-Chips, deren Informationen berührungslos und unbemerkt ausgelesen werden könnten.

Stellvertretend für manche Arbeitgeber bekommt die Daimler AG einen Big Brother Award für die Praxis, von Bewerbern in der Produktion "freiwillige" Bluttests zu fordern. Weitere Preisträger sind der Deutsche Zoll, der Vorsitzende der Zensuskommission 2011, Gert Wagner, und der Verlag für Wissen und Information in Starnberg.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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