Bilder mit GPS-Hilfe lokalisieren
Fotografen entdecken „Geo-Tagging“ für sich

Immer mehr Digitalfotografen halten mittlerweile auch den Ort ihrer Aufnahmen fest. Dabei kommt ihnen insbesondere die moderne Satellitennavigation zur Hilfe. Sony stellte auf der Photokina bereits ein entsprechendes Zusatzgerät für seine Kameras vor. Es gibt aber auch für andere Kameras Lösungen. Die Schlagworte sind GPS, Geo-Tagging und Google Earth.

HB FRANKFURT. Die Digitalkamera speichert mit jedem Druck auf den Auflöser eine Vielzahl von Daten - Aufnahmezeit, Blende, Verschlusszeit und anderes mehr. Richtig vollständig sind die Daten aber erst mit den Angaben zum Ort der Aufnahme. Die Aufzeichnung dieser Geodaten mit Hilfe des Satelliten-Navigationssystems GPS war bislang Profikameras vorbehalten, wird jetzt aber auch zunehmend von Hobbyfotografen entdeckt: „Geo-Tagging“ gehört zu den aktuellsten Trends im Internet.

Sony hat bereits Ende September auf der Photokina in Köln einen „GPS-Tracker“ als Zusatzgerät für die Kompaktkameras seiner Modellreihe Cybershot oder für die Spiegelreflexkamera Alpha 100 präsentiert. Das nur 55 Gramm schwere Modul mit der Bezeichnung GPS-CS1 speichert bei jeder Aufnahme Zeit und Ortsangaben. Diese werden dann über USB an den Computer geschickt und anhand des Zeitstempels den dort abgelegten Bildern der Kamera zugeordnet. Die zugehörige Software kann die Fotos dann nicht nur chronologisch ordnen, sondern auch geographisch sortieren und auf Karten darstellen. Mit einem Preis von 130 Euro ist das Sony-Gerät weitaus günstiger als die GPS-Paketlösung für eine Ricoh-Kompaktkamera vom Typ Caplio Pro G3, die im vergangenen Jahr zum Preis von 2 260 Euro vorgestellt wurde.

Solange ein integriertes GPS-Modul noch nicht zur Standardausstattung jeder digitalen Kamera gehört, kann man sich aber auch auf andere Weise behelfen. Die einfachste Möglichkeit besteht darin, die Ortsdaten der Aufnahmen auf einem mobilen Navi-Gerät abzuspeichern. Wenn dabei zugleich auch die Zeit festgehalten wird, kann man die Fotos später den GPS-Daten zuordnen. Geographische Breite und Länge können dann in den EXIF-Daten der einzelnen Fotos eingetragen werden. Dieser Standard hält Datenfelder für „GPS Latitude“, „GPS Longitude“ und „GPS Altitude“ bereit - also für die geographische Breite, Länge und für die Höhe über dem Meeresspiegel.

GPS-Daten nachpflegen

Die Berliner Software-Firma Panorado bietet unter www.panorado.com ein kostenloses Werkzeug an, mit dem man die vor Ort gespeicherten GPS-Daten in die entsprechenden EXIF-Felder der Bilddateien eintragen kann. Mit Hilfe des in der Basisversion ebenfalls frei erhältlichen Programms Google Earth (earth.google.de) geht dies auch ohne GPS-Empfänger: Im Windows Explorer stellt der „Panorado Flyer“ im Kontextmenü zu jeder jpg-Bilddatei die Funktion „Get location from Google Earth“ bereit. Das Programm trägt dann die Geodaten des Ortes ein, der auf der Google-Erdkarte ausgesucht wurde. Umgekehrt stellt die Funktion „Show location in Google Earth“ jedes Foto mit GPS-Daten auf der Google-Karte dar. Neben Panorado ermöglicht auch die Software GPS-Photo Link (www.geospatialexperts.com/productstd.html), entwickelt von der amerikanischen Firma Geospatial Experts, die Verknüpfung zwischen Fotos und den Landkarten von Google Earth.

Das „Geo-Tagging“, also die Verknüpfung von geographischen Informationen mit Fotos, aber auch mit anderen Online-Objekten bis hin zu ganzen Web-Sites, ist zur Grundlage für eine weit gespannte Community geworden. So findet man überall im Netz „Placemarks“ für Google Earth - das sind Ortsmarken, die mit Bildern, Internet-Links und weiteren Informationen ergänzt werden können. Auch in der zu Yahoo gehörenden globalen Foto-Community Flickr lassen sich Bilder per „Drag and Drop“ mit Geo-Tags versehen und auf einer Landkarte anzeigen (blog.flickr.com/flickrblog/2006/08/great_shot_wher.html). Sowohl die Yahoo-Karten als auch die von Google Earth leiden allerdings noch darunter, dass die Kartenbilder für Europa längst nicht so detailliert sind wie die für die USA.

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