Bill Gates nimmt Abschied
Die letzte Vision

Seinen letzten Auftritt auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas würzte Microsoft-Chef Bill Gates mit viel Comedy. Doch im tosenden Applaus nach seinem Abgang dürfte nicht nur die Anerkennung über seine Lebensleistung zum Ausdruck kommen - sondern auch die Erleichterung, dass er jetzt einem Nachfolger Platz macht.

LAS VEGAS. Der Abschied von der CES in Las Vegas nach über 14 Jahren war kurz und knapp. „Das wird meine letzte Rede hier sein“, sagte Bill Gates, Studienabbrecher, Multimilliardär und Mit-Gründer der größten Softwarefirma der Welt, Microsoft, am Sonntagabend. Und statt vieler Worte über große Leistungen und Verdineste gab es dann nur ein wirklich witziges, mit reichlich Selbstironie und vielen Stars gespicktes Video über den wahrscheinlichen Verlauf des kommenden letzten Arbeitstag des Selfmade-Milliardärs in seiner eigenen Firma. Fazit: Nachdem letztendlich weder Hillary Clinton noch Barack Obama ihn als Wahlkampfhelfer haben wollten und Bono keinen neuen Gitarristen brauchte, packte Gates seine Star Wars-Spielfiguren und die Kaffeetasse in einen Pappkarton, räumte seinen Schreibtisch und fuhr in seinem Kleinwagen nach Hause, zu Frau und Kindern.

Dank des Videos hatte Gates im großen Palazzo Ballroom des Venetian Hotels noch ein letztes Mal die Lacher auf seiner Seite und tosender Applaus brandete auf. Aber irgendwie war der Zuschauer an diesem Abend doch nie ganz sicher, ob der Applaus nur seiner Lebensleistung galt, oder auch der Tatsache, dass er nun Platz machen wird für einen Nachfolger. Als Keynote-Redner bei der „Consumer Electronics Show“ (CES), der größten Konsumelektronik-Messe der Welt und bei Microsoft.

Den im Laufe des Jahres will Gates bei Microsoft seine letzten aktiven Posten räumen und nur noch als Chairman dem Board vorsitzen. Den Vorstandsvorsitz hatte er schon 2000 an Steve Ballmer abgegeben. Ab Sommer will sich der lange Zeit reichste Mann des Planeten nur noch um seine Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung kümmern. Diese Tage in der Wüstenstadt Las Vegas schmecken nach Neuanfang – für die CES, für Microsoft und für Bill Gates.

Die Messe war für Bill Gates stets das, was die MacWorld in San Francisco für seinen großen Widersacher Steve Jobs auch heute noch ist: ganz großes Kino – inklusive Bad in der Masse vor Tausenden Zuhörern. Aber während sich Apple-Chef Jobs kommende Woche auf dem Höhepunkt seiner Popularität als „iGott“ von jubelnden Jüngern huldigen lässt, verlässt Bill Gates, 52, die Bühne mit einer gemischten Bilanz.

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