Bing Streetside
Microsoft bringt Street-View-Konkurrenz nach Deutschland

Im kommenden Jahr will Microsoft Googles umstrittenen Online-Panoramakartendienst Street View auch in Deutschland Konkurrenz machen. Das Unternehmen gab noch keinen konkreter Starttermin bekannt, will die Fehler von Google aber vermeiden. Bei Streetside setzt Microsoft außerdem auf eine Technologie, die an entscheidender Stelle anders ist als die von Google.
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HB BERLIN. Microsoft will im kommenden Jahr auch in Deutschland seinen Online-Panoramakartendienst ins Netz stellen und damit Google Street View Konkurrenz machen. Ein konkreter Starttermin stehe aber noch nicht fest, sagte Microsoft-Manager Severin Löffler. Mit dem Dienst Bing Streetside wolle man aber die Fehler von Google in Sachen Datenschutz vermeiden. "Die Politik von Microsoft ist zum Beispiel, das Sammeln von Daten zu limitieren."

Derzeit arbeitet das Unternehmen intensiv mit Politik und Datenschützern zusammen, um von vornherein öffentliche Aufregung zu vermeiden. Google war mit seinem Dienst Street View in Deutschland teilweise auf scharfe Ablehnung in der Politik gestoßen. Anders als "Street View" setzt Microsofts Service auf einer Technologie, die aus den Fotos ein 3D-Modell der Wirklichkeit erstellt. Bisher ist der Service nur in der amerikanischen Version von Bing Maps verfügbar und setzt das Microsoft-Plugin Silverlight voraus.

Das Vertrauen der Nutzer bei der Entwicklung neuer Dienste sei besonders wichtig, betonte Löffler. "Das Vertrauen zu bekommen ist sehr schwer, verlieren kann man es über Nacht". Für die Akzeptanz neuer Diensten und Anwendungen sei für die Nutzer vor allem Transparenz und die individuelle Kontrolle über die erhobenen Daten wesentlich.

Großes Augenmerk will Microsoft auch auf die Sicherheit der Nutzerdaten legen. Allein 400 Mitarbeiter seien in dem Konzern weltweit für den Datenschutz zuständig, sagte Löffler. Dass die Politik derzeit statt auf neue Gesetze auf eine Selbstregulierung der Wirtschaft setze, sei begrüßenswert. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) habe dabei viel Augenmaß bewiesen.

Politik und Wirtschaft wollen für die Erarbeitung neuer Datenschutzrichtlinien einerseits auf einen maßgeblich von Unternehmen und Branchenführern erstellten Datenschutz-Codex setzen, auf der anderen Seite will die Politik eine "rote Linie" erarbeiten, die gesetzlich vorgegeben werden soll.

Google hatte mit seinem kürzlich gestarteten Panorama-Dienst Street View für viel Aufregung gesorgt. Der Kartendienst ist in Google Maps integriert und zeigt auf Wunsch Panorama-Ansichten von einzelnen Straßen. Zahlreiche Bürger hatten Widerspruch gegen die Abbildung ihrer Häuser in dem Dienst eingelegt, die nun nur noch verpixelt in der Ansicht erscheinen.

Der neue Dienst Google Street View zeigt seit Donnerstag Panorama-Fotos von 20 deutschen Großstädten. Bis zum Start hatten mehr als 244 000 Bürger und Unternehmen beantragt, die Fassade ihres Hauses verpixeln zu lassen. Die Nutzung des Kartendienstes Google Maps in Deutschland hat seit dem Start von Street View stark zugenommen.

Auch andere Unternehmen arbeiten an der Landkarte 2.0. Die Nokia-Tochter Navteq ahmt ebenfalls Google nach und hat im Frühjahr begonnen, Straßen abzufotografieren - zunächst in den USA, testweise auch in Frankreich und Großbritannien.

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