Bitcoins
Digitale Schatten-Währung wertet massiv auf

Ein Hacker hat eine Währung mit einzigartigen Eigenschaften geschaffen: anonym, global, digital. Dezentrale Computer übernehmen die Aufgabe einer Notenbank, vorbei an jeder Kontrolle. Der Wert der Währung steigt rasant.
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DüsseldorfWährend Google, Paypal und andere um den E-Cash-Markt kämpfen, hat sich abseits großer Medienaufmerksamkeit eine alternative Internet-Währung etabliert: anonym, global, frei gehandelt.

Als Schöpfer der seit 2009 existierenden Währung Bitcoins gilt ein Mann, der unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto bekannt ist. Er soll aus Japan stammen, doch seine Identität hält der Kryptografie-Experte geheim.

"Das gefährlichste Open-Source-Projekt aller Zeiten"

Der besondere Reiz an den Bitcoins ist ihre Konstruktion: Bitcoins sind digital und global sowie pseudonym handelbar, vorbei an jeder Kontrolle - sei sie staatlich oder durch Banken und Zahlungsdienstleister. Weder können Konten eingefroren werden, noch Zahlungsflüsse nachvollzogen werden, im Gegensatz zu globalen Transaktionen bei anderen Konten sind Überweisungen umsonst. Der Blogger Jason Calacanis bezeichnete die Währung daher schon als "das gefährlichste Open-Source-Projekt aller Zeiten". Er rechnet früher oder später mit dem Verbot der Parallelwährung, die sich jeder Kontrolle entzieht. Denn der Traum der libertär beeinflussten Hacker ist zugleich ein Alptraum für Staaten, die Geldwäsche, Steuerhinterziehung und illegale Geschäfte unterbinden wollen.

Wie andere Währungen auch, wird die digitale Währung gegen andere wie Dollar gehandelt. Ein Bitcoin, zum Start der Web-Währung 2009 noch wenige Cent wert, kostet derzeit etwa 7,50 Dollar, wie aus den auf der Website Bitcoin Market gelisteten öffentlichen Umsätzen hervorgeht. Bitcoin Market ist nur eine von vielen Websites, auf der die digitale Alternativ-Währung gegen etablierte Währungen wie den Dollar gehandelt wird. Eine Übersicht über alle Bitcoin-Händler bietet das Bitcoin-Wiki und die Website Bitcoinwatch.

Dabei ist Bitcoin nicht die erste virtuelle Währung, die gegen bereits existierende Währungen von Volkswirtschaften gehandelt werden kann. So ließen sich auch die Linden Dollars aus der virtuellen Welt Second Life gegen Dollar tauschen - und umgekehrt. Manch einer spekulierte richtig in der virtuellen Welt mit Land und Immobilien - und wandelte ein virtuelles Vermögen in ein reales um. Auch das soziale Online-Netzwerk Facebook besitzt mit den Facebook Credits eine eigene Währung für virtuelle Güter. Doch anders als bei Facebooks Credits oder den Linden Dollars, die die Firmen nach Belieben erschaffen und wieder vernichten können, sorgt bei Bitcoins ein kompliziertes System dafür, dass die Geldmenge mit der Zeit immer langsamer wächst. Der Hacker-Philosophie gemäß kommt dieser Mechanismus als weltweit erste Währung ganz ohne zentrale Kontrolle wie einer Notenbank aus.

Geldmengenwachstum durch Rechenkraft

Insgesamt ist die Geldmenge auf 21 Millionen Bitcoins begrenzt. Von diesen sind noch lange nicht alle auf dem Markt. Sie werden nach einem kryptografischen Verfahren verlost, bei dem der Einsatz von Rechenkraft die Chancen erhöht, eine gültige Bitcoin durch ausprobieren zu errechnen. Die Rechenkraft, die dazu eingesetzt werden muss, steigt mit der Zeit deutlich an, wodurch die Geldmenge immer langsamer wachsen sollte. Schätzungen gehen davon, dass die 21-millionste und damit letzte erschaffene Bitcoin in etwa im Jahre 2033 errechnet wird. Viele Krypto-Experten halten das System für ausgereift. Derzeit muss mehr Strom für Rechenkraft ausgegeben werden, um eine Bitcoin zu erhalten, als dieser später wert ist. Die Details der Technik sind in auf der offiziellen Website veröffentlicht worden.

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  • Also ich persönlich habe mich entschlossen für mein Projekt ausschließlich Bitcoins als Zahlmethode zu akzeptieren. Aus dem einfachem Grund weil ich die Überteuerten Transaktionsgebühren von etablierten Payment Anbietern nicht auf meine Kunden abwälzen möchte.
    Ich habe keine Angst davor das Bitcoin verboten würde, da dies erstens nicht möglich ist und zweitens es meine Entscheidung ist ob ich für meine Produkte die ich anbiete Muscheln oder Hühner nehme.

  • Der Wert der Bitcoins ist in den letzten Monaten ja deutlich unter die Räder gekommen. Das sieht stark nach "Gewinnmitnahmen" aus. Allerdings ist auch eine gewisse Bodenbildung beim Kurs in den letzten 30 Tagen zu beobachten. Das scheint der "innere Wert" der Bitcoins zu sein, der ja im Prinzip aus den Stromkosten für die Erzeugung der Bitcoins besteht. Mich würde mal interessieren, ob hier jemand noch in Bitcoins investiert ist und ob sich Bitcoins wirklich als Währung durchsetzen können oder doch eher ein Spekulationsobjekt bleiben.

  • 1) Ein Bitcoin wird derzeit (06.06.11) mit ca. 18 USD gehandelt. Siehe https://www.bitcoinmarket.com/market/trades/

    2) Die Stromkosten würde ich lieber noch einmal nachrechnen (sogar bei 7,50 USD/BTC). Tip: Ein flottes Bitcoin Rigg schafft 2000 MegaHashes/sec bei 1250 Watt Leistungsaufnahme.

    3) Da die Währung völlig dezentral entsteht und gehandelt werden kann, ist nichts mit "verbieten". Siehe BitTorrent oder Tor.

    4) Bitcoins ist für den Geldverkehr das Gleiche, was die Erfindung des Buchdrucks für die Verbreitung von Schriften war. Und PayPal und Co müssen sich auch warm anziehen.

    Der Geist ist aus der Flasche.

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