Blase 2.0
„Goofy-Name-Index“ auf dem Höhepunkt

Stehen wir vor einer neuen Internetblase? Einiges spricht dafür, meinen erfahrene Wagniskapitalgeber aus dem Silicon Valley. So zum Beispiel die große Anzahl an neu gegründet Startups mit albernen Namen. Vieles ähnelt der Situation von 1999, als die "Dotcom-Blase" ihren Höhepunkt erreichte - doch manches ist auch ganz anders.

MOUNTAIN VIEW. Die Technikenthusiasten des Silicon Valley haben längst ganz eigene Messinstrumente entwickelt, um drohende Blasen aufzuspüren: Statt üblicher Indikatoren wie den Zahlen des Immobilienmarkts, beobachten sie im "Goofy-Name-Index" beispielsweise die Anzahl von Firmen mit albernen Namen. Dieser Index habe inzwischen ein Level wie zum Höhepunkt der "Dotcom-Blase" um die Jahrtausendwende erreicht, berichtet das "Wall Street Journal" am Mittwoch.

Als Beispiele werden Web-Startups wie » Orgoo oder » Zipidee genannt. Die Internetfirmen des "Web 2.0" helfen beispielsweise den Kunden sozialen Kontakte zu organisieren oder wollen ein Marktplatz des digitalen Zeitalters werden, auf dessen Website die Besucher Handy-Klingeltöne erstehen können. "Sind das Namen von Hunden oder von Unternehmen?" fragt sich da beispielsweise die Wagniskapitalgeberin Kate Mitchell laut dem Bericht.

Auch andere Kapitalgeber der Branche sehen eine neue Internet-Blase auf das Silicon Valley zukommen. Immer jüngere Unternehmer hätten immer seltsamere Ideen für neue Startups. "Das ist ein absolutes Déjà-vu", zitiert das Blatt den Venture-Kapitalisten David Chao aus Kalifornien. Es gäbe "heute genausoviel Müll wie 1999". Die Anzeichen der stetig wachsenden Blase von damals: Unternehmen ohne echte Produkte mit seltsamen Unternehmensnamen und einem verschwenderischen Umgang mit den eigenen Finanzmitteln. Am Ende wurden die Aktien der Unternehmen ohne profundes Geschäftsmodell schon fast zum offiziell anerkannten Zahlungsmittel für Vermieter, Anwälte und Angestellte der Firmen.

Erste Investoren wie Howard Hartbaum ziehen sich angesichts der Gefahr einer erneuten Internetblase bereits aus dem Geschäftsbereich der Webunternehmern zurück. Der Venture-Kapitalist geht fest von einer sich anbahnenden Krise aus: "Es scheint, als seien wir in einer Blase" sagt er laut dem Bericht. Sein Unternehmen Draper Richards LP habe sich daher in den vergangenen Monaten vollständig von Investitionen in Internetunternehmen getrennt. Viele Ideen, die den Boom Ende der 90er Jahre getragen hätten, würden heute aufgewärmt, so Hartenbaum. Dabei seien die nun recycelten Geschäftsideen schon damals gescheitert. Insbesondere das oft unerfahrene Management vieler Startups seien für ihn ein klarer Indikator für den erwarteten Crash.

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