Bloggen auf der Flucht
Guatemala weist McAfee-Gründer in die USA aus

Der exzentrische Gründer der Computersicherheitsfirma McAfee ist in Guatemala aus der Haft entlassen worden. Dorthin war der Unternehmer geflüchtet, nachdem er eines Mordes im Nachbarland Belize verdächtigt wurde.
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Guatemala-StadtDie filmreife Odyssee des John McAfee erlebt ihren Schlussakt in den USA: Der exzentrische Gründer der Computersicherheitsfirma McAfee ist am Mittwoch in Guatemala aus der Haft entlassen und in die USA ausgewiesen worden. Vertreter der Einwanderungsbehörde und ein Konvoi der Polizei eskortierten den 66-Jährigen zum Flughafen von Guatemala-Stadt. Wie der US-Sender CNN berichtete, landete der 67-Jährige am Mittwochabend (Ortszeit) mit einer Linienmaschine in Miami im Bundesstaat Florida.

"Ich bin frei. Ich gehe nach Amerika", erklärte er. Der im Zusammenhang mit einem Mordfall in Belize gesuchte Unternehmer war vergangene Woche in Guatemala festgenommen worden, nachdem er dort illegal eingereist war. Einen Antrag McAfees auf politisches Asyl lehnten die guatemaltekischen Behörden ab. "McAfee hat das Land illegal betreten", erklärte der Sprecher der Einwanderungsbehörde, Fernando Lucero. "Und da die USA sein Heimatland sind, schiebt ihn Guatemala dorthin ab." Zuvor hatte ein Richter McAfees Festnahme für illegal erklärt und dessen Freilassung angeordnet.

Die wochenlange Haft in dem zentralamerikanischen Land habe bei ihm Spuren hinterlassen, deutete McAfee kurz vor seiner Abreise an. "Ich kann nur sagen, dass ich mich zehn Jahre älter fühle und nicht weiß, was ich mache. Ich gehe jetzt erst einmal nach Miami."

McAfee hatte Anfang des Monats mit seiner wirren Flucht von Belize nach Guatemala für Aufsehen gesorgt. Dabei ließ der gebürtige Brite es sich nicht nehmen, während der Odyssee unentwegt über seine Erlebnisse zu bloggen und darüber mit Journalisten zu sprechen. Die Polizei in Belize will McAfee im Zusammenhang mit dem Mord an dem US-Bürger Gregory F. befragen. Für die Ermittler ist McAfee in dem Mordfall den Angaben zufolge eine "Person von Interesse". Das heißt, dass die Behörden eine Verwicklung des Unternehmers in den Fall vermuten. McAfee bestreitet das.

McAfee zog vor drei Jahren nach Belize, um weniger Steuern zu zahlen. Der "New York Times" sagte er 2009, dass von seinem Vermögen von einst 100 Millionen Dollar durch die Finanzkrise nur rund vier Millionen Dollar übrig seien. Andernorts wurde er mit den Worten zitiert, diese Darstellung "sei überhaupt nicht zutreffend".

Erst am Sonntag hatte McAfee erklärt, in die USA zurückkehren zu wollen, um dort ein "so normales Leben" wie möglich führen zu können.

 
Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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