Börsengang nicht in Sicht
Alibaba.com zaubert an neuer Suchmaschine

Das chinesische Online-Auktionshaus Alibaba.com rüstet massiv auf, um auf dem umkämpften Markt der Internet-Suchmaschinen in China eine führende Rolle zu spielen. Das Geld aus dem milliardenschwere Einstieg des US-Konzerns Yahoo sei bereits zum großen Teil in den Aufbau einer neuen Internet-Suchmaschine gesteckt worden, erklärte Alibaba-Chef Jack Ma diese Woche: "Wir haben eine Milliarde bekommen und schon 750 Mill. ausgegeben."

Yahoo hatte im August eine Mrd Dollar für 40 Prozent der Anteile und 35 Prozent der Stimmrechte an Alibaba.com bezahlt. Dies ist bislang die größte Investition eines ausländischen Unternehmens in der chinesischen Internetbranche. Im Gegenzug übernahm Alibaba.com das gesamte China-Portal von Yahoo und damit die Suchmaschine des weltweiten Marktführers in China.

Doch die bislang im Internet gebotenen Suchmöglichkeiten seien stets nur "auf den US-Markt ausgerichtet und unterstützen die amerikanische Kultur", kritisierte nun Alibaba-Chef Ma auf einer Konferenz in Nanjing. Damit werden seiner Meinung nach die meisten der 120 Millionen chinesischen Internutzer übergangen und auf Dauer verprellt. Wie eine "chinesische" Suchmaschine aussehen muss, ließ er jedoch offen.

Während Rivalen wie Baidu.com und Google als Suchmaschinen in China deutlich zulegen konnten, ist der Marktanteil von Yahoo China weiter gesunken. Er lag 2005 nur noch bei 15,6 Prozent. Dominiert wird damit dieses Geschäft eindeutuig von Baidu.com (46,5 Prozent) und Google (26,9 Prozent).

Vor allem Google konnte nach einer Studie des Branchendienstes Keynote Systems zuletzt in der Gunst der Internetkunden deutlich zulegen. Der Anbieter habe eindeutig die beste Nutzer-Erfahrung bewiesen, sagt Jeff Kratz, Vizepräsident von Keynote. "Das ist eine klare Anzeige, wie sich die Marktanteile in China verändern können", so Kraatz.

Darauf will Alibaba-Gründer Ma nun mit der neuen Suchmaschine bauen. Denn China ist nach den USA bereits der zweitgrößte Internetmarkt der Welt, wird nach Einschätzung von Experten die USA bereits 2010 überrundet haben. Vor allem die enorme Dynamik hat im vergangenen Jahr einen regelrechten Run auf die High-Tech-Branche ausgelöst.

Microsoft hat ein Internet-Portal MSN China eröffnet, Google hat sich am Rivalen Baidu.com beteiligt und inzwischen auch eine eigene China-Seite geschaffen. Ebay betreibt seit 2003 eine chinesische Auktionsplattform und investiert ebenfalls kräftig in China. Und auch Amazon hat im vergangenen Sommer für 75 Mill. Dollar Chinas größten Online-Buchhändler JoYo übernommen.

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