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Bombenlegerinnen gesucht: Frauen-Meisterschaft im „Counter-Strike“

Anja ist weiblich, ledig, jung - und sucht einen Platz, um die Bombe zu legen. Sie schleicht sich durch Lagerhallen und über Bahngleise, versteckt sich hinter Transportkisten. Als ihr ein Polizist in die Quere kommt, schießt Anja ihn rücksichtslos über den Haufen.

dpa BERLIN. Anja ist weiblich, ledig, jung - und sucht einen Platz, um die Bombe zu legen. Sie schleicht sich durch Lagerhallen und über Bahngleise, versteckt sich hinter Transportkisten. Als ihr ein Polizist in die Quere kommt, schießt Anja ihn rücksichtslos über den Haufen.

Wenig später ist die Bombe an ihrem Ort. Explodieren wird sie allerdings nicht: Die Waffen sind nur virtuell, Anja sitzt vor dem Bildschirm. Mit ihren vier Mitspielerinnen hat sich die 17- Jährige einen weiteren Punkt auf dem Weg zum deutschen Meistertitel im Computerspiel „Counter-Strike“ gesichert.

„Counter-Strike Female“ ist die einzige Frauen-Konkurrenz bei den Deutschen Gaming Meisterschaften, die von Freitag bis Sonntag in Berlin ausgetragen wurden. Insgesamt vier Clans, so nennen die Spieler ihre Teams, haben sich qualifiziert. Computer-Spiele sind eigentlich eine Männer-Domäne. Gerade deshalb findet Anja es richtig, dass es in Berlin zum zweiten Mal ein eigenes Frauen-Turnier gibt.

Zimperlich geht es nicht zu bei „Counter-Strike“, einem der beliebtesten und berüchtigtsten Spiele auf dem Markt. Wegen der Brutalität und der realistischen Ich-Perspektive, aus der reihenweise getötet wird, werden „CS“-Spieler häufig mit dem Vorurteil konfrontiert, selbst zu Aggression zu neigen. Anja widerspricht: „Counter-Strike ist für mich kein gewalttätiges Spiel, das ist doch alles abstrakt.“ Vielmehr gehe es um „Teamgeist, Intelligenz, Taktik und Reaktion“, sagt sie.

Die „catz“ - Anjas Truppe - sind zwischen 17 und 22 Jahren alt und gelten als bester Frauen-Clan in Europa. Mit ihrer Erfahrung und ihrem Niveau bräuchten sie sich auch in der Männer-Konkurrenz nicht zu verstecken. „Siebter oder Achter könnten wir schon werden“, meint Anja. In einem Punkt seien sie den Männern sogar voraus, auch wenn der mit Emanzipation wenig zu tun hat: „Als Frauen sind wir für Sponsoren interessanter.“

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