Bonitätsprüfung statt Vorkasse
Schufa will Internethandel erleichtern

Die Bonitätsprüfungsgesellschaft Schufa Holding AG arbeitet an einem Verfahren, das den Internethandel zwischen Privatpersonen sicherer machen soll. Das sagte Schufa-Vorstandschef Rainer Neumann dem Handelsblatt.

DÜSSELDORF. Über einen technischen Umweg sollen auch Kleinanbieter die Möglichkeit erhalten, die Zahlungsfähigkeit ihrer potenziellen Kunden in Sekundenschnelle zu überprüfen. Spielen Online-Börsen wie Ebay, 12snap und Ricardo 24 mit, könnte das System schon in eineinhalb Jahren starten.

Die Wiesbadener Schutzgemeinschaft für Kreditsicherung will dabei jedoch verhindern, dass sich Privatpersonen untereinander ausspionieren. Üblicherweise – so die Unternehmenspolitik der Schufa – erhalten lediglich Banken und große, auf Rechnung arbeitende Firmen Zugang zu den gespeicherten Daten der inzwischen 59 Millionen registrierten deutschen Verbraucher. Anfragen kleiner Handwerksbetriebe lehnen die Wiesbadener in der Regel ebenso ab wie die von Vermietern, soweit sie weniger als 100 Wohnungen im Angebot haben.

Privatverkäufern im Internet ist die Bonitätsprüfung ihrer Kunden deshalb verschlossen – bislang jedenfalls. Für sie bleibt der Verkauf auf Rechnung damit riskant. „Wenn man als Online-Verkäufer kein konsequentes Forderungsmanagement betreibt, ist dies in vier Wochen in allen einschlägigen Internet-Foren bekannt“, sagt Schufa-Experte Carlos Alexander Müller. Spätestens dann könne sich der Internet-Anbieter auf einen Ansturm von Betrügern gefasst machen.

Weil ihnen die Nachnahme per Post nicht selten zu teuer ist, verlangen Web-Händler häufig von Internet-Shoppern Vorkasse. Studien zeigen indes, dass viele Käufer den Bestellvorgang abbrechen, sobald sie in Vorleistung gehen müssen.

Die Situation könnte sich demnächst ändern. Schon in einem halben Jahr, so die aktuelle Planung, wird jeder Deutsche auf der Internet-Seite „www.meineschufa.de“ die eigene Bonitätsbewertung einsehen können. Die Wiesbadener werden aber möglicherweise noch einen Schritt weiter gehen: Falls es die Datensicherheit erlaubt, kann sich demnächst jeder Internet-Nutzer sein Bonitätszertifikat herunterladen, um es beispielsweise mit dem Decknamen seines Ebay-Kontos zu verbinden. Der Verkäufer braucht dann nur noch auf ein Symbol neben dem Alias-Namen seines Kunden zu klicken, um dessen Schufa-Rating einzusehen. Fällt die Benotung positiv aus, steht einer Belieferung auf Rechnung nur noch wenig im Wege.

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