Branchenmesse Systems
Fusionen und Sicherheit sind Topthemen

Enge Freunde werden Oracle-Gründer Larry Ellison und Tom Siebel in diesem Leben nicht mehr. Nicht nur, dass der eine Bill Clinton unterstützte und als Partylöwe von sich reden macht, während der andere mit George Bush sympathisiert und als ausgesprochener Familienmensch gilt.

HB MÜNCHEN. Siebel verließ vor neun Jahren Oracle, um mit der Gründung von Siebel Systems seine Idee umzusetzen: Er wollte Spezialsoftware zum Managen von Kundenbeziehungen entwickeln. Sein damaliger Chef hatte darüber schallend gelacht. Zu früh, denn gerade bezahlte Ellison 20 Milliarden Dollar, um den Anbieter von Software für das Customer-Relationship-Management (CRM) zu übernehmen.

Es ist die achte Akquisition eines Firmensoftwareherstellers durch Oracle in neun Monaten. Viele in der Branche fragen sich, ob sich der Datenbankhersteller Oracle in seinem Fusionshunger irgendwann überhebt, und ob die Siebel-Software, die bereits in vielen Unternehmen läuft, wie gewohnt weiter entwickelt und gepflegt wird. Entsprechend verunsichert sind auch einige Unternehmen, die sich früher auf Softwarehäuser wie Peoplesoft, Siebel oder J.D. Edwards verließen und nun Oracle-Kunden geworden sind. „Sicher werden wir unsere langfristige Strategie überprüfen müssen. Für uns ist wichtig, dass Oracle möglichst schnell seine weitere Integrationspläne darlegt“, mahnt zum Beispiel Friedel Jonker, Fachleiter CRM der Deutschen Leasing AG, an.

Doch nicht nur wegen Oracle steht die diesjährige Systems im Zeichen des Wandels. Die gesamte IT-Branche ist in Bewegung: So übernahm beispielsweise der britische IT-Dienstleister Logica CMG den französischen Konkurrenten Unilog, T-Systems flirtete mit dem Wettbewerber Atos Origin und der Sicherheitssoftware-Anbieter Symantec kaufte den Speicherspezialisten Veritas.

Die meisten Anwender sehen die Fusionsflut mit gemischten Gefühlen. Die Sorge, ob ein Technologiepartner im nächsten Jahr noch existiert, können IT-Verantwortliche derzeit weniger denn je gebrauchen. Viele Unternehmen haben aufwendige Projekte angeschoben, um ihre wild gewachsenen Hardware-Landschaften zu konsolidieren und statische, wartungsintensive Altsysteme abzulösen. „Flexible IT-Lösungen, die sich an ein volatiles Umfeld anpassen lassen, sind der Ruf der Stunde“, sagt Jakov Cavar, Berater bei der Marktanalysegesellschaft Pierre Audoin Consultants (PAC).

Ein Stichwort lautet dabei „Service-orientierte Architekturen“ (SOA): „Wir habe uns daran gewöhnt, dass man sich auf bestimmte Funktionalitäten festlegt, wenn man ein Softwarepaket auswählt. Angesichts der heutigen Anforderung an Unternehmen, schnell auf Veränderungen zu reagieren, ist der damit einhergehende Mangel an Flexibilität nicht mehr akzeptabel“, erklärt Rob Hailstone, SOA-Experte beim Marktforscher IDC, den Sinn der prozessorientierten Technologie.

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