Branchenverband Bitkom
IT-Branche verliert an Schwung

Der deutsche Markt für Informationstechnologie und Telekommunikation (ITK) kühlt im kommenden Jahr merklich ab. Experten warnen vor negativen Folgen für die Innovationskraft.

FRANKFURT. Der Branchenverband Bitkom prognostiziert für 2007 ein Plus von nur noch 1,6 Prozent, nach einem Wachstum von 2,5 Prozent auf 146,4 Mrd. Euro im laufenden Jahr. Noch in diesem Frühjahr hatte Bitkom für das kommende Jahr einen Zuwachs von etwa zwei Prozent vorhergesagt.

Vor allem der Verkauf von Personal-Computern und die Festnetztelefonie schwächeln. "Es gibt Licht und Schatten. Viele Marktsegmente laufen sehr gut. Es gibt aber auch einige Segmente, in denen sich der Wettbewerb weiter verschärft, die Preise verfallen und die Umsätze zurückgehen", sagte Willi Berchtold, der Präsident des Bitkom, gestern in Berlin.

Das schwächere Wachstum ist kein gutes Zeichen für die künftige Innovationsbereitschaft der deutschen ITK-Anbieter. "Wir haben schon 2005 und 2006 festgestellt, dass die IT-Branche beim Thema Innovationen nicht durchgestartet ist", warnte Christian Rammer vom Forschungsbereich Industrieökonomik und Internationale Unternehmensführung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim.

Dabei sei gerade die ITK-Branche der wesentliche Treiber für Effizienz- und Produktivitätssteigerungen in der Wirtschaft. "Die Informationstechnologie ist die breiteste Quelle für Innovationen in einer Vielzahl von Branchen und Industrien", sagte Rammer. Doch genau hier verliert Deutschland an Boden. So ist das Land nach einer im Frühjahr veröffentlichen Studie des World Economic Forum im weltweiten Vergleich der führenden ITK-Länder von Platz 14 auf Rang 17 abgerutscht. Dagegen konnte sich der Spitzenreiter USA weiter verbessern.

Dennoch steht für Bitkom-Präsident Berchtold fest, dass die "ITK-Branche auch künftig der Wachstumsmotor des Dienstleistungsbereichs" sein wird. Der Ausblick sei solide. So gehen die Marktforscher des Verbands davon aus, dass die Investitionen in Informationstechnik im kommenden Jahr um 2,9 Prozent auf 71,9 Mrd. Euro steigen werden.

"Die gewerblichen Kunden investieren nach wie vor kräftig in neue Informationstechnik", sagte Berchtold. So soll der Umsatz mit Software im kommenden Jahr um 5,7 Prozent zulegen, das Plus bei IT-Dienstleistungen wie der Beratung bei der Einführung neuer EDV-Systeme soll 4,6 Prozent erreichen.

Seite 1:

IT-Branche verliert an Schwung

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%