Breitbandverbindungen
Alternativen zu DSL gewinnen an Boden

Breitbandige Internetanschlüsse sind das zentrale Thema der Cebit. Die Diskussion um Internet, Telefonie und Fernsehen aus einer Hand über eine Breitbandverbindung birgt genug Sprengstoff, die Geschäftsmodelle mehrerer Branchen über den Haufen zu werfen.

HANNOVER. In Deutschland wird der Zugang zu breitbandigem Internet meist mit DSL (Digital Subscriber Line) gleichgesetzt. Das liegt daran, dass hier über 90 Prozent der Breitbandinternetanschlüsse über den Telefonanschluss und mit DSL-Technologie genutzt werden. DSL verwendet dabei Bereiche der Telefonleitung, die für die Sprachübertragung nicht gebraucht werden.

Die Deutsche Telekom meldete, dass die Zahl der Breitbandanschlüsse Ende 2005 bei ihren Kunden bei 7,9 Millionen lag. Rechnet man die DSL-Anschlüsse bei Wettbewerbern hinzu, klettert die Anzahl auf neun Millionen. Dabei sind viele DSL-Zugänge in Deutschland nach der Definition der International Telecommunication Union in Genf streng genommen gar keine Breitbandanschlüsse: Nach deren Definition beginnen diese erst ab einer Datenübertragungsrate von zwei Megabit pro Sekunde (Mbit/s). In Südkorea gehört zum Breitband sogar eine Datenübertragungsrate von 20 Mbit/s.

Doch solche Geschwindigkeiten erreicht DSL bislang nicht. Erst der Bau eines Glasfasernetzes würde Bandbreiten von 25 Mbit/s realistisch machen. Dagegen sind solche Geschwindigkeiten bei alternativen breitbandigen Datenverbindungen wie TV-Kabelnetzen schon jetzt möglich. So bietet Kabel BW in Baden-Württemberg Internetverbindungen mit einer Downloadgeschwindigkeit von 20 Mbit/s an - allerdings auch zum stolzen Preis von 189 Euro pro Monat. Mit einer solchen Anbindung können Kunden dann aber auch mühelos von mehreren PCs gleichzeitig Musik im Internet hören, Videos übertragen und über das Internet Telefonieren. Der Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland hat 8,2 Mbit/s im Angebot und will in den kommenden drei Jahren eine halbe Milliarde Euro in die Aufrüstung seiner Netze investieren. Denn die TV-Kabelnetze sind größtenteils allein für den Transport von Daten zum Endverbraucher ausgelegt. Für Internet und Telefonie müssen sie jedoch "rückkanalfähig" gemacht werden.

,"Im Moment sind wir dabei, unser Netz in Norddeutschland für Internet und Telefonie aufzurüsten", sagt Kabel-Deutschland-Sprecher Marco Gassen. Die Branche geht davon aus, dass das Unternehmen auch sein Netz im Süden flächendeckend aufrüsten wird. "Bis März 2007 ist es das Ziel, 7,7 Millionen Haushalte zu erreichen", fügt Gassen hinzu. Ab April will die Firma mit Pauschaltarifen für Internet und Telefonie in die Offensive gehen und "mit sehr wettbewerbsfähigen Preisen" DSL Konkurrenz machen. Der Fernsehkabelanschluss ist jedoch Voraussetzung für die Nutzung der Internetverbindungen der Kabelanbieter. Kabel BW verlangt 24,95 Euro pro Monat für das unbegrenzte breitbandige Surfen im Netz mit 1 Mbit/s.

Wer einen drahtlosen Breitbandzugang vorzieht, kann jedenfalls in Heidelberg auf das Angebot der Firma Deutsche Breitband Dienste (DBD) zurückgreifen. In einer der ersten deutschen Städte hat DBD dort im vergangenen Sommer ein Funknetz mit dem Wimax-Standard aufgebaut. Allerdings liegt der Preise mit 38 Euro deutlich über dem von DSL-Festnetzanschlüssen.

Zu den Exoten gehören Internetverbindungen über Satellit, mit denen der Nutzer jedoch nur Daten herunterladen kann. Für das Senden ist eine zusätzliche Verbindung über eine Telefonleitung notwendig. Zudem haben User auch die Möglichkeit, per Mobilfunk und UMTS-Verbindung breitbandig im Internet zu surfen. Noch sind die UMTS-Verbindungen im Vergleich zu Festnetz und Kabel sehr teuer. Doch auch das dürfte sich in den kommenden Jahren ändern.

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