Brennpunkt „On-Demand“
Lizenz-Software wird zum Auslaufmodell

Als Google kürzlich über die eigene Internetplattform eine preisgünstige Bürosoftware angeboten hat, mussten Firmen wie Microsoft diese Herausforderung ungefragt annehmen. Bereits mittelfristig bedeutet diese Entwicklung den Abschied von der klassischen Lizenz-Software.

HANNOVER. Google setzt große Hoffnung auf sie, ebenso Microsoft und IBM. Der Vertrieb von Software über das Internet - auch Software as a Service (SaaS) genannt - ist eines der großen Themen auf der diesjährigen Cebit. So zeigt der Softwareriese SAP an seinem Stand eine erste Version seiner neuen und noch nicht frei verfügbaren Mittelstands-Lösung A1S. Spätestens damit ist klar: Das Thema ist "Mainstream".

"Auch wenn der Anteil von Software als Service in Deutschland noch einen geringen Marktanteil hat, wird das Geschäftsmodell Zukunft haben und in einigen Jahren eine gewichtige Rolle spielen", prognostiziert Christian Glas vom Beratungsunternehmen Pierre Audoin Consultants (PAC). Vor allem für kleinere Firmen ohne eigene IT-Abteilung bietet das Modell Vorteile, werden doch Wartung sowie die Updates durch den Software-Dienstleister übernommen.

Für die meisten etablierten Software-Konzerne ist die Entwicklung ein mittleres Erdbeben, zumal neue Anbieter wie Google versuchen, mit Kampfpreisen Boden gut zu machen. "Einen Wettbewerber zu haben, der die Software, wie es scheint, umsonst hergibt, ist immer eine Herausforderung", räumte Microsoft-Chef Steve Ballmer vor kurzem offen ein.

Doch auch wenn sich das erste Kampfgeschrei beruhigt haben soll-te, bedeutet der Trend einen Paradigmenwechsel in der Software-Industrie. Die bisherigen Lizenzmodelle werden sukzessive an Bedeutung verlieren. Sie liefern den Software-Herstellern große Vorauszahlungen, so genannte "Upfront-Payments" vor der Installation der Programme. Künftig werden die Lizenzgebühren dagegen stärker über das Jahr verteilt. In den Augen von SAP-Vorstandschef Henning Kagermann ist das eine gute Entwicklung. "Unser Geschäft wird dadurch weniger zyklisch", sagt er.

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