Bundespräsidentenwahl
Falsche Ergebnisse auf Twitter

Während der Bundespräsidentenwahl ist auch diesmal wieder fleißig getwittert worden. Private Nutzer des Internetdienstes gaben am Mittwoch vor, den Ausgang des ersten Wahlgangs bereits vor der offiziellen Bekanntgabe des Ergebnisses zu kennen. Auch ein renommiertes Online-Medium nahm das Gerücht auf.
  • 0

HB BERLIN. Auf Twitter stand diesmal vorab ein falsches Ergebnis des ersten Wahlgangs bei der Bundespräsidentenwahl am Mittwoch. So war unter dem Namen der Grünen-Delegierten Martina Gedeck in dem Kurznachrichtendienst bereits vor der offiziellen Verkündigung des Ergebnises durch Bundestagspräsident Norbert Lammert die Mitteilung zu finden: "ok busemann (cdu) hat ne sms bekommen leute :) also kein zweiter wahlgang."

Schnell war klar, dass es sich hierbei um eine Fälschung handelte, nun ist auch bekannt, von wem: „Titanic“-Chefredakteur Leo Fischer gab gegenüber Spiegel Online an, dass die Aktion von der Satirezeitschrift ausging. Das Blatt habe mit der Spaßaktion dem „weichen Knödel Wulff“ ein bisschen „scharfe Soße“ beigeben wollen, erklärte Fischer. Gedeck hatte bereits zuvor rechtliche Schritte angekündigt.

Der Grünen-Europaabgeordnete Reinhard Bütikofer äußerte sich ähnlich, jedoch zurückhaltender: "Geruecht am Rande Bundesversammlung: Wulff gewaehlt. allerdings sollen ihm 13 Stimmen von scharz-geld fehlen." Noch genauer wollte es angeblich ein Sven Krohlas von der Piratenpartei in Dettenheim wissen. "Aus gut informierten Kreisen: 529 Gauck, 595 Wulff, 118 Jochimsen, zwei Rennicke", twitterte er.

Tatsächlich erhielt der Kandidat der Koalition, Christian Wulff, 600 Stimmen - und fiel im ersten Wahlgang durch. Auf Joachim Gauck, den parteilosen Kandidaten von SPD und Grünen, entfielen 499 Stimmen. Für Luc Jochimsen, die Kandidatin der Linken, votierten 126, für den NPD-Bewerber Frank Rennicke drei Delegierte.

Trittbrettfahrer machen sich einen Spaß

Andere Trittbrettfahrer machten sich ganz bewusst einen Spaß. So schrieb "dokape": "#Gauck gewinnt mit 598 Stimmen vor #wulff mit 592 #knapp #bpw #bv10". Schon wenig später vermeldete der Account schadenfroh: "Einige sind aber sofort draufgesprungen."

Mit einem der falschen Ergebnisse hatte auch die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" zu kämpfen. Sie vermeldete in ihrer Onlineausgabe "faz.net": "Bundespräsidentenwahl: Twitter: Wulff im 1. Wahlgang gewählt". Ein Link zu der entsprechenden Seite führte später ins Leere. Die Redaktion hatte die "Falschmeldung" aktualisiert.

Bei der vergangenen Wahl zum Bundespräsidenten im Mai 2009 hatte die rheinland-pfälzische CDU-Bundestagsabgeordnete Julia Klöckner das korrekte Wahlergebnis auf Twitter veröffentlicht, noch bevor es offiziell verkündet war. Diesmal hatte der Bundestag laut "Spiegel Online" an die Schriftführer appelliert, das Ergebnis nicht erneut vorab zu kommunizieren.

Bei Twitter kann jeder Internetnutzer sich ein kostenloses Konto anlegen und auf die Seite twitter.com Kurznachrichten mit maximal 140 Zeichen Länge stellen. Sie können in der Regeln von allen Besuchern der Seite gelesen werden. Die Kommunikation läuft also anders als bei SMS-Nachrichten meist öffentlich ab.

Kommentare zu " Bundespräsidentenwahl: Falsche Ergebnisse auf Twitter"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%