Burger King
Der geknackte Hamburger-Account

Der Alptraum jeder PR-Abteilung: Das Twitter-Konto der Fast-Food-Kette Burger King wird von Fremden gekapert. Die verbreiten neben Geschmacklosigkeiten und Obszönitäten, McDonald's hätte den Konkurrenten gekauft.
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San FranciscoDer Fiasko nahm am Montagmorgen um 11 Uhr Ortszeit seinen Lauf. Das Logo von Burger King wurde durch das von McDonald's ersetzt mit der Mitteilung, da der „Whopper“, Burger Kings Gegenstück zu Mc Donald's Big Mac, „gefloppt sei“, habe man die Kette übernommen. Danach liefen in schneller Folge Meldungen teils mit rassistischem Inhalt, teils mit Verleumdungen der Mitarbeiter.

Nach rund einer Stunde gelang es dem Unternehmen, sein Twitter-Konto sperren zu lassen. Eine der Hackergruppe Anonymus nahestehende Gruppe will den Hack ausgeführt haben. Erst am frühen Morgen europäischer Zeit bekam das Unternehmen sein Twitter-Konto wieder zurück: „Interessanter Tag hier bei Burger King“, hieß es im ersten Tweet nach dem Zwischenfall.
Eine E-Mailanfrage bei Twitter über die Hintergründe blieb bislang ohne Antwort. Burger King entschuldigte sich in einer Stellungnahme ausdrücklich für die beleidigenden Tweets. Man habe mit Twitter eng zusammengearbeitet, um den Account aus dem Netz zu nehmen, heißt es. Als er am späten Nachmittag wieder erreichbar war, war zwar das Logo des Konkurrenten verschwunden, die gefälschten Tweets blieben jedoch zunächst weiter sichtbar.

Es ist nicht das erste Mal, dass Unternehmens-Tweets außer Kontrolle geraten. So wurde der Twitteraccount des Elektronik-Blogs Gizmodo über den geknackten Account eines ehemaligen Mitarbeiters übernommen. Anfang des Monats musste sogar Twitter selbst einräumen, Opfer einer Cyber-Attacke geworden zu sein. Rund 250.000 Passwörter wurden von Unternehmensservern entwendet.

Twitter beziffert die Gesamtzahl seiner Konten auf über 250 Millionen. Doch Twitter ist nicht der einzige Social-Media-Dienst, der gehackt wird. Von Dropbox über Sony bis LinkedIn reicht die Liste, und ein gängiger Scherz im Silicon Valley lautet: „Es gibt nur zwei Arten von Unternehmensnetzen: die, die gehackt wurden und die, die es noch nicht gemerkt haben.“ Doch die Gefahr lauert sogar im eigenen Unternehmen.

Ende Januar entließ der britische Musikhändler HMV 60 Mitarbeiter, was einige zum Anlass nahmen, direkt aus der internen Personalversammlung heraus auf dem Firmen-Tweet ihrem Unmut Luft zu machen und Interna zu verbreiten. Das ganze kulminierte in einem Tweet: „Unser Marketing-Direktor – er wird übrigens nicht gefeuert - fragt gerade, wie man Twitter abschalten kann.“ Besser kann man die Hilflosigkeit mancher der Social-Media-Verantwortlichen kaum zum Ausdruck bringen.

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„Whopper 123 ist kein sicheres Passwort“

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