Business Process Outsourcing bewährt sich vor allem bei Gehaltsabrechnung und Co.
Auslagerungs-Boom bei der Personalverwaltung erwartet

Nach einer Euphorie-Phase ist im Markt für das Business Process Outsourcing (BPO) – also die Auslagerung kompletter Unternehmensbereiche – Ernüchterung eingekehrt.

HB MÜNCHEN. „Die erste BPO-Hochstimmung ist vorbei“, sagt Pascal Matzke, Analyst bei Forrester Research in Frankfurt/Main. „Die meisten der Unternehmen, die sich an BPO wagten, mussten feststellen, dass der Wechsel vom Eigen- zum externen Betrieb schwieriger als erwartet über die Bühne ging.“ Er macht dafür den mangelnden Reifegrad der gebotenen BPO-Lösungen verantwortlich.

„Die Ausnahme bildet die Auslagerung von administrativen Leistungen im Personalbereich", so Matzke. Prognosen der Marktforscher von IDC geben ihm hier recht. IDC sagt für den Markt für Human Resource (HR)-BPO in Westeuropa bis 2009 durchschnittliche Jahreszuwächse von 16,5 Prozent voraus.

Herbert Engelbrecht von Ernst& Young in Stuttgart hat für die Ausnahmestellung dieses BPO-Segments eine plausible Erklärung. „In diesem Feld haben die Unternehmen schon seit vielen Jahren Dienstleistungserfahrungen gesammelt, allen voran mit der Datev.“ Dadurch sei für die Entscheider die Wechselhürde im HR-Bereich relativ niedrig. Zudem, so Engelbrecht, eröffne gerade die administrationsaufwendige Personalabteilung besonders lohnende Perspektiven, über BPO die Kosten zu drücken und parallel die Ablauforganisation effizienter zu gestalten. Er schätzt, dass heute bis zu 60 Prozent der Ressourcen der Personalabteilungen durch Verwaltungsaufgaben wie Stammdatenpflege, Gehaltsabrechnung und Sozialversicherungsabwicklung gebunden sind. Die Auslagerung an einen BPO-Dienstleister könne die laufenden HR-Service-Kosten um 20 Prozent drücken.

Für viele Unternehmen ist das ein wichtiges Argument. Experten schätzen, dass Unternehmen bis zu zwei Prozent ihres Umsatzes für die Erfüllung von HR-Aufgaben ausgeben. Ein hoher Aufwand in diesem Bereich ist meist auf nicht standardisierte HR-Prozesse und Mehrfacherfüllung gleicher Aufgaben an unterschiedlichen Standorten zurückzuführen.

Steigende gesetzliche Anforderungen und damit verbundene Risiken verkomplizieren die Personalarbeit noch weiter und sorgen für Mehraufwand – für viele Unternehmen ist das ein zusätzliches Argument für die Rekrutierung von spezialisierten IT-Dienstleistern.

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