Cebit 2008
IT-Branche entdeckt den Klimaschutz

Als Messe im grünen Gewand präsentiert sich die Cebit in diesem Jahr. "GreenIT" ist zu einem Modethema der Branche geworden, viele Unternehmen versuchen, auf diesen Zug aufzuspringen. Das mag moralisch fragwürdig sein, aber letztlich ist es gut für die Umwelt.

HB HANNOVER. Die IT-Branche geht beim lange vernachlässigten Klimaschutz in die Offensive. Auf der Computermesse Cebit in Hannover will sich die Industrie als "Innovationsmotor für Energieeffizienz und Klimaschutz" präsentieren. Dabei stand am Montag unter dem Schlagwort "Green IT" vor allem die Energieeinsparung der Geräte im Vordergrund. Andere Aspekte wie der Verzicht auf giftige Stoffe oder besseres Recycling kamen dagegen eher am Rande vor.

Die Branche sieht sich als Schlüssel für den Umweltschutz. Der Einsatz der richtigen IT-Produkte und Dienstleistungen könne den Energieverbrauch in fast allen Branchen senken, sagte Martin Jetter, Präsidiumsmitglied des Branchenverbandes Bitkom und IBM-Deutschlandchef. Man brauche quer durch alle Wirtschaftsbereiche energieeffiziente Produkte. "Dies ist nur mit innovativer Hightech machbar." Die Informations- und Telekommunikationstechnologie (ITK) stehe "wie kaum eine andere Branche für den Klimaschutz".

Auf IT und Telekommunikation entfallen etwa zwei Prozent des weltweiten Ausstoßes des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2). Die Industrie liegt damit in etwa gleichauf mit dem Luftverkehr. Dem Marktforschungsunternehmen Gartner zufolge entstehen etwa zwei Drittel der CO2-Emissionen in der Branche beim Betrieb von IT-Systemen einschließlich Stromversorgung und Kühlung. Ein Drittel wird bei Herstellung und Entsorgung der Geräte freigesetzt.

Die Cebit erklärte "Green IT" zu einem Top-Thema der Messe und kooperiert dabei neben dem Bitkom mit der Industrieinitiative "Climate Savers Computing", der unter anderem Industrieriesen wie Intel oder Google angehören. Die Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, den Energieverbrauch der Computer bis zum Jahr 2010 unter bestimmten Voraussetzungen zu halbieren. Heute gehe in einem typischen PC die Hälfte der Energie verloren.

Das Öko-Institut forderte die Branche auf, mehr sparsamere Geräte zu entwickeln und zu verkaufen. "Es gibt bereits vereinzelt Hersteller, die effiziente Geräte produzieren. Doch zum Standard gehört ein energieeffizienter PC noch lange nicht", kritisierte die IT-Expertin des Instituts, Dietlinde Quack. Sie mahnte eine Auszeichnung nach Energieklassen an, wie dies heute zum Beispiel bei Haushaltsgeräten üblich sei. Von der Branche hieß es dazu, es könnte noch einige Jahre dauern, bis einheitliche Kriterien dafür festgelegt werden.

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