Cebit 2008
Samsung will bei Computern an die Weltspitze

Samsung hat sich viel vorgenommen: Im weltweiten Markt für Drucker und Computer will der südkoreanische Elektronikkonzern die Nummer ein werden. Vorbild ist das boomende Monitor-Geschäft des Konzerns, doch bis dahin ist es für die Südkoreaner noch ein steiniger Weg.

HANNOVER. Der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung will im Markt für Computer und Drucker weltweit an die Spitze. Das sagte Jongwoo Park, der Präsident der Sparte Digitale Medien, gestern im Vorfeld der Computermesse Cebit in Hannover. "Dieses Ziel gilt für das Geschäft mit Firmenkunden und mit Privatkunden", sagte Park.

Welche Marktposition genau der Samsung-Manager anstrebt, wollte er nicht sagen, ebenso wenig den Zeitplan. "Wir investieren derzeit aber viel Geld und Ressourcen", sagte Park. Samsung ist bei Bildschirmen, vor allem bei Flachbildschirmen mit der Flüssigkristalltechnologie (LCD), bereits weltweit die Nummer eins. Diese Marktstellung gelte es nun auch bei PC?s und Druckern zu erlangen, sagte Park.

Die Computer-Sparte wird für den südkoreanischen Konzern immer wichtiger. Im Speicher-Geschäft - hier ist Samsung der weltgrößte Anbieter - leidet das Unternehmen unter dem massiven Preisverfall. So sank die Gewinnmarge hier von zuletzt 31 Prozent auf nur noch neun Prozent. Dass der Reingewinn von Samsung im vierten Quartal 2007 mit einem Minus von sieben Prozent auf 1,6 Mrd. Euro dennoch relativ gering ausgefallen war, lag vor allem am boomenden Geschäft mit Monitoren. Hier schnellte die Gewinnspanne von 10 auf 21 Prozent.

Einen vergleichbaren Erfolg wollen die Südkoreaner nun mit Computern und Druckern erreichen. Allerdings ist der Weg dahin weit. In den von Marktforschern wie Gartner oder IDC erstellten Ranglisten der größten PC-Anbieter in Europa taucht der Name Samsung bislang gar nicht auf. Derzeit wird das Geschäft von Hewlett-Packard, Acer, Dell, Fujitsu-Siemens und Toshiba dominiert.

Um sein Ziel zu erreichen, nimmt Samsung vor allem die Firmenkunden ins Visier. "Wir beginnen mit den mittelständischen Firmen und werden in einem zweiten Schritt an die großen Unternehmen gehen", sagte Park. Locken will er die für Samsung noch relativ neue Klientel unter anderem mit neuen professionellen und robusten Notebooks. Die Erwartungen an das PC-Geschäft sind hoch. "Wir wollen die Zahl der verkauften Geräte auf Dauer verdoppeln", kündigte Park an.

Im Drucker-Geschäft setzen die Südkoreaner auf eine weitere Miniaturisierung der Multifunktionsdrucker. Gleichzeitig steigt das Unternehmen in das Geschäft mit dem Druck-Management ein, berät Firmenkunden also zum Beispiel, wie diese ihre Druckabläufe optimieren und damit Kosten senken können.

Analysten sind angesichts dieser Pläne für die Zukunft recht zuversichtlich, ungeachtet der Prob-leme im Speicherbereich. Sie gehen davon aus, dass das Unternehmen den Reingewinn im laufenden Jahr erneut um zwölf Prozent steigern kann.

Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt
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