Cebit in Hannover
T-Systems zielt auf Mittelstand

T-System, die Geschäftskundensparte der Deutschen Telekom will in diesem Jahr gezielt seine Präsenz im Mittelstand stärken. Dies kündigte Spartenchef Lothar Pauly gestern im Vorfeld der Cebit in Hannover an.

lou/tnt HANNOVER. Im vorigen Jahr hatte die Telekom im Rahmen des Konzernumbaus rund 160 000 mittelständische Geschäftskunden von der T-Com zu T-Systems verlagert. Allerdings kämpft die Telekom besonders in dieser Zielgruppe in den vergangenen Jahren mit Marktanteilsverlusten. Expertenkreise beziffern den Marktanteil der Telekom im Mittelstand auf mittlerweile rund 35 Prozent. Allerdings konnte T-Systems die IT-Umsätze im Mittelstand vergangenen Jahr um knapp ein Drittel steigern und 8000 Kunden von Wettbewerbern zurück gewinnen.

Doch auch im Geschäftskundenumfeld ist ein harter Preiskampf entbrannt, der sich zuletzt auch in den Ergebnissen der Geschäftskundensparte niedergeschlagen hatte. Im vierten Quartal ist der Umsatz von T-Systems um knapp zwei Prozent gesunken. Im gesamten Jahr 2005 lag das Betriebsergebnis abzüglich Abschreibungen bei 1,3 Mrd. Euro und damit um 13,5 Prozent niedriger als im Vorjahr.

Pauly will Trend umkehren

Diesen Trend will Pauly umkehren. Neben dem Mittelstand setzt der neue T-Systems-Chef dabei auch auf eine weitere Internationalisierung. Im vergangenen Jahr hat T-Systems die VW-Tochter Gedas für einen geschätzten Kaufpreis von 450 Mill. Euro übernommen. Mit rund 5000 Mitarbeitern liegt der Fokus des IT-Dienstleisters auf der Automobilbranche. International hat sich T-Systems mit dem Kauf von Gedas vor allem in Spanien und Brasilien verstärkt. Doch als Schwachpunkt der neuen Internationalisierungsstrategie gilt noch immer Großbritannien.

Experten halten deshalb weitere Zukäufe der Telekom im IT-Dienstleisterumfeld für nicht ausgeschlossen. Für den Bereich Internationalisierung verwies Pauly auf einen Vertrag mit dem Konsumgüterkonzern Henkel, den T-Systems gerade abgeschlossen hat. T-Systems modernisiert das Datennetz von Henkel in 280 Standorten in Europa und Afrika - das Gros der Städte liegt dabei außerhalb Deutschlands.

Zukunftstrend Funkchips

"Solche Großaufträge treiben unser internationales Geschäft", erklärte T-Systems-Chef Lothar Pauly gestern in Hannover gegenüber dem Handelsblatt. Ebenfalls ausbauen will T-Systems sein Engagement in der Finanzindustrie.

Als größten Zukunftstrend machte der Spartenchef Funkchips, im Fachjargon RFID genannt, aus. "Das ist das Trendthema der Messe", sagte Pauly. Die Chips gelten als Nachfolger der Barcode-Etiketten und ermöglichen die Kommunikation zwischen Geräten. T-Systems will das System etwa in der Luftfahrtbranche einsetzen: In einem Pilotprojekt sollen am Flughafen die Bewegungen von Gepäckstücken verfolgt werden. Für RFID benötige man sowohl Kenntnisse aus der Telekommunikation als auch aus der IT, sagte Pauly: "Wir spielen wie nur wenige Unternehmen auf beiden Klaviaturen." Möglich wird mit RFID etwa auch die lückenlose Warenrückverfolgung, die besonders in der Lebensmittelbranche wichtig ist.

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