Cebit-Konzept für die Internet-Branche
Experiment „Webciety“

Ein Gitter aus Lampen und Bildschirmen spannt sich über den Köpfen der Cebit-Besucher, eine Art Messe gewordens Intern-Net. Darunter kleine Stände, gerade einmal 15 Quadratmeter groß: Ab morgen läuft in einem Teil der Halle 6 des Hannoveraner Messegeländes ein Experiment. Oder besser: eine Rettungsaktion. Oder: ein letzter Versuch.

HANNOVER. Die Cebit (3. bis 8. März) will mit dem Konzept „Webciety“ noch einmal probieren, die Internet-Wirtschaft für sich zu gewinnen. So recht warm geworden ist sie mit diesem Teil der digitalen Branche nie, ihr lagen mehr Hardware, Software und Telekommunikation.

„Wir kommen nun mal aus dem Bereich der Mustermesse“, erinnert Ernst Raue, Vorstandsmitglied der Cebit-Veranstalterin Deutsche Messe, an die Wurzeln als Messe für Bürotechnik: „Heute geht es aber mehr um Inhalte.“ Eine „Riesenherausforderung“ sei das Thema Internet für die Cebit: „Messestand bauen und Produkte zeigen – das geht heute nicht mehr.“

Für die Internet-Branche ist die Idee einer Messe fast unvorstellbar. Sie trifft sich eher auf Kongressen wie der Next in Hamburg oder der Techcrunch50 in San Francisco. Etats für teure Messestände sind bei den oft defizitären Firmen deshalb auch nicht geplant.

Die Deutsche Messe versucht, dies zum einen mit Kongresselementen zu kontern. So wird der New Yorker Professor Clay Shirky sprechen, einer der wichtigsten Vordenker und gefragtesten Redner der Web-Szene. Vor allem aber soll ein neues Standkonzept Netz-Firmen überzeugen. Die kleinen Einheitsstände kosten erheblich weniger als in anderen Hallen: 9 900 Euro kostet eine der sechseckigen „Hombases“. Auf denen lassen sich Lichtstimmung und Leinwand im Hintergrund ganz leicht individuell anpassen. „Die Gänge haben wir bewusst weggelassen: Im Internet ist man auch nicht zwischen zwei Seiten, sondern immer auf der einen oder der anderen“, sagt Sascha Lobo, freier Unternehmensberater und Mit-Erdenker der Webciety.

„Das Konzept ist erklärungsbedürftig“, sagt Marius Felzmann, Director Sales der Cebit. Deshalb auch liegt die Zahl der Aussteller bei nur 20 – ein kleiner Anfang. Das Spektrum reicht von der großen T-Systems über den Werbevermarkter Zanox bis zur lokalen Suchmaschine Wefind reicht das Spektrum.

Messe-Chef Raue verweist in Sachen Größe auf den Bereich Green IT: 2008 klein gestartet, belegt er in diesem Jahr eine ganze Halle. Solch ein Wachstum soll auch Webciety nehmen, hofft Felzmann. Helfen soll dabei die Optik mit dem beleuchteten Gitterhimmel: „Diese Bilder werden für sich sprechen.“

Thomas Knüwer
Thomas Knüwer
Handelsblatt / Reporter
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