Gadget der Woche: Wenn die Kartoffel SOS funkt

Gadget der Woche
Wenn die Kartoffel SOS funkt

Einmal pro Woche präsentiert Handelsblatt Online Schönes, Nützliches oder Kurioses aus der Welt der Technik als Gadget der Woche. Diesmal stellen wir den heimlichen Star der Cebit vor: die elektronische Kartoffel.
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HannoverElektronik zieht nun auch in Kartoffeln ein – zumindest in einen Kartoffel-Dummy.  Der heimliche Gadget-Star auf der Cebit in Hannover ist kein superflaches Tablet oder das neueste Touch-Smartphone – sondern eine knubbelige Plastik-Kartoffel.

Die E-Kartoffel – ihr offizieller Name lautet TuberLog – wurde vom Berliner Unternehmen ESYS entwickelt und soll Landwirten helfen, die heute noch Teile ihrer Ernte vernichten müssen: Der  elektronische Dummy wird einer Kartoffelernte untergemischt und soll herausfinden an welcher Stelle des Ernteprozesses die Kartoffeln so durch die Maschinen poltern, dass sie Druckstellen bekommt.

Landwirte können so bares Geld sparen: Bislang werden Kartoffeln, die durch Stöße nicht mehr dem Ideal entsprechen, weggeworfen – sie sind in unserer Wohlstandsgesellschaft unverkäuflich. Die E-Kartoffel misst auf ihrem Weg diejenigen Stellen in der Verarbeitungs-Kette, die den Knollenfrüchten besonders zusetzen. Kritische Punkte in der Produktionskette – etwa ein Fall aus zu großer Höhe beim Sortieren der Kartoffeln – können so gezielt beseitigt werden.

Für die Messung der Stöße ist die kleine Dummy-Kartoffel mit High-Tech ausgerüstet:  Ein integrierter Schock- und Beschleunigungssensor protokolliert jede Erschütterung im Millisekunden-Takt. Die Daten werden dann nach der Fahrt durch die Maschinen per USB oder kabellos via Bluetooth auf einen PC übertragen, der die Stöße mittels Software auswertet.

Optisch ist die Kartoffel mit ihrer orange-blauen Färbung nicht ohne Grund ein Hingucker: Von anderen Kartoffeln soll sie sich ihr Aussehen möglichst deutlich unterscheiden, damit der Landwirt sie auch wiederfindet. Die High-Tech-Kartoffel kostet für Bauern samt Windows-Software für Auswertung und Steuerung rund 500 Euro.

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