Drahtlosnetzwerk
Breitbandinternet für alle

In Entwicklungsländern haben 96 Prozent der Haushalte keinen Internetzugang. Auch in Deutschland gibt es noch immer viele Regionen ohne Breitbandanschluss. Eine neue Technologie soll das ändern.
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Sankt AugustinJohn liebt das Fußballspiel. Er freut sich auf den Wettkampf am Wochenende, den er organisieren soll. Er muss seine Teamkameraden und Freunde informieren, die gegnerische Mannschaft zusammentrommeln und einen Schiedsrichter finden. Für John bedeutet das einen hohen Zeitaufwand. Um alle zu erreichen, muss er unzählige SMS versenden, die komplette Organisation des Spiels über sein Handy abwickeln. Denn John wohnt in einer ländlichen Region in Sambia – ohne Internet. Doch das soll sich schon bald ändern. Johns Dorf wird einen eKiosk mit PCs erhalten. Dienstleistungen wie E-Mail, Chat, Surfen oder Internet-Telefonie stehen den Dorfbewohnern dann zur Verfügung.

Ermöglicht wird die Internetanbindung durch die am Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS in Berlin entwickelte Wireless Backhaul WiBACK Technologie. Die Forscher haben den Investitionsaufwand und die Betriebskosten erheblich reduziert. Dadurch wird es möglich, in Entwicklungs- und Schwellenländern auch abseits der Großstädte maßgeschneiderte IT-Infrastrukturen und Kommunikationsnetze aufzubauen und die Menschen dort ans Internet anzubinden. WiBACK ist ein drahtloses Netzwerk, das vorhandene Technologien nutzt, um mit kostengünstigen WiBACK-Routern ein sehr großes Netz von Funkstrecken aufzubauen. Dabei unterstützt das System prinzipiell jede Funktechnologie.

Die Anforderungen an das WiBACK-Netz in Entwicklungsländern sind hoch. „Unsere Technologie muss kostengünstig, wartungsarm, selbstkonfigurierend und robust sein sowie zudem große Entfernungen von mehreren hundert Kilometern überbrücken. Fällt ein Router aus, so müssen die Daten automatisch umgeleitet werden. Nach einer Fehlbedienung soll er sich selbst wieder in einen funktionstüchtigen Zustand versetzen. WiBACK erfüllt all diese Bedingungen“, sagt Prof. Karl Jonas, Projektverantwortlicher vom FOKUS.

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Installation auf Wassertürmen

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