Technologiemesse Cebit
IT-Firmen beklagen Wachstumsbremsen

Zu viel Bürokratie: Für kleinere und mittlere IT-Unternehmen ist laut einer Studie das deutsche Steuersystem das größte Wachstumshemmnis. Auch beim Anwerben von Fachkräften fühlen sich die Firmen vom Staat behindert.
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BerlinLaut einer repräsentativen Umfrage des Bundeswirtschaftsministeriums unter rund 700 IT-Unternehmen bremst nicht etwa die Höhe des Steuersatzes und der Sozialabgaben die Expansion. „Vor allem die zeitraubende und komplexe Auseinandersetzung mit Steuerbürokratie und Verwaltungsvorschriften gilt als Wachstumshindernis“, heißt es in der Studie, die dem Handelsblatt (Montagsausgabe) vorliegt.

Die Studie widmet sich vor der heute beginnenden Technologiemesse Cebit vor allem der Frage, warum kleinere IT-Unternehmen in Deutschland selten zu Großunternehmen heranwachsen. Das ein „anders als in den USA, wo junge Unternehmen wie Google oder Facebook in relativ kurzer Zeit zu Global Playern wurden“, heißt es in der Studie.

Neben der Steuerbürokratie klagen die Unternehmen auch über den Fachkräftemangel. Der größte Teil der Firmen ist beispielsweise so abgeschreckt von den „Regelungen zum Anwerben ausländischer Fachkräfte, dass sie es erst gar nicht versuchen“, schreiben die Autoren. An dritter Stelle der Wachstumsbremsen steht die schwierige Finanzierung von Investitionen. Trotz der Wachstumshindernisse sind die IT-Unternehmen aber positiv gestimmt. Mehr als jede dritte Firma will den Umsatz in den nächsten Jahren jeweils um 15 Prozent steigern.

Der Autor ist Ressortleiter Wirtschaft und Politik.
Thomas Sigmund
Handelsblatt / Ressortleiter Politik und Leiter des Hauptstadtbüros

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  • Ich selber (Dipl.-Ing. M.Sc. im Bereich IT) kann diese Debatte nach Fachkräften auch nicht mehr hören. Die Unternehmen investieren nicht oder nur wenig in die Weiterbildung der Mitarbeiter. Und die Gehälter lassen im internationalen Vergleich auch zu Wünschen übrig.

  • Die Klage über Schwierigkeiten, Fachkräfte anzuwerben, kann ich nicht mehr hören. Ich weiß von mehreren Deutschen, die mehr als gut qualifiziert sind, aber nicht einmal zu einem ersten Interview eingeladen werden, weil der Studienabschluß nicht einschägig ist, aber weil der Kandidat älter als 25 ist oder ähnliche unangemessene Forderungen. Solange das der Fall ist, sind die "bürokratischen" Hindernisse notwendig und gerechtfertigt. In anderen Ländern ist weniger wichtig wie alt man ist oder was der Titel auf der Diplomurkunde sagt. Statt dessen ist wichtiger, welche Erfahrung man vorweisen kann. Und plötzlich hat man gute Mitarbeiter. Zum Beispiel habe ich vor zwei Wochen einen Mitarbeiter eingestellt, der in einer Bibliothek gearbeitet hat. Heute ist er Software-Entwickler in meinem Team und macht einen prima Job. Augen auf, liebe Unternehmer, aufhören zu jammern und flexibel sein!

  • Die Komplexität des dt. Steuersystems nutzt Unternehmern, die sich teure Steuerberater leisten können. Es wird von großen Unternehmen ausgehebelt, indem sie sich Subventionen vom Staat abgreifen. Es nutzt natürlich den Steuerberatern. Allen anderen schadet es. Sogar denen, die offensichtlich nichts damit zu tun haben wie Angestellte oder Hartz IV Empfängern.
    Den Angestellten vergrault es den möglichen Weg in die Selbständigkeit. Dem Hartz IV Empfänger drückt es auf Ewigkeit in sein Schicksal.
    Warum wird daran festgehalten ? Weil es genügend Einflussreiche Gruppen gibt, die davon profitieren. Die dt. polit. Parteien dienen diesen einflußreichen Gruppen. Eine Besserung ist erst in sicht, wenn infolge eines massiven wirtschaftlichen Niederganges diese Gruppen ihren Einfluss verlieren.

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