Cebit
Tafel-Computer bedrängen Netbooks

Sie sind flach und haben die Größe einer Schreibtafel: Tablet-Computer sind eines der Trendthemen auf der Computermesse Cebit in Hannover, die am Montag abend offiziell eröffnet wird.
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Hannover

Statt mit einer Tastatur werden die tragbaren Tablet-PCs per Fingerberührung gesteuert. Der Erfolg von Apples iPad hat der Geräteklasse mit berührungsempfindlichem Bildschirm einen enormen Schub gegeben. Spektakuläre Weltpremieren sind auf der Cebit zwar nicht zu erwarten. Denn ihre neuen Modelle haben die Hersteller bereits im Januar auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas angekündigt. Doch in Hannover können Verbraucher bei vielen neuen Tablet-PCs im wahrsten Sinne des Wortes erstmals Hand anlegen.

Der Tablet soll das Netbook ablösen

Während die Hersteller reihenweise neue Tablet-Computer ankündigen, kommen kaum noch neue Netbooks auf den Markt. "Als Trend sind die Netbooks damit abgelöst", sagt Josef Reitberger, stellvertretender Chefredakteur der Zeitschrift "Chip". Die Grafikleistung sei bei Samsungs kommendem Galaxy Tab deutlich besser als bei einem Netbook.

Die neuen Tafel-Computer verfügen teilweise über Zweikern-Prozessoren, verbesserte Bildschirme und in einigen Fällen auch über eingebaute Kameras. Als eines der ersten Modelle arbeitet das auch auf der Cebit zu sehende Xoom von Motorola mit Googles neuem Betriebssystem Android 3.0. "Motorola ist in diesem Bereich wohl am weitesten", sagt Reitberger. Android 3.0 wurde speziell für den Einsatz in Tablet-PCs optimiert.

Zu den weiteren Konkurrenten für das iPad zählen auch das kommende Galaxy Tab mit Zehn-Zoll-Bildschirm von Samsung oder das von Hewlett-Packard angekündigte Touch Pad mit dem Betriebssystem WebOS. Der Branchenverband Bitkom rechnet mit einem deutlichen Anstieg der Verkaufszahlen im laufenden Jahr. 2010 wurden 750 000 Tafel-PCs in Deutschland verkauft.

Top-Modelle kosten weiterhin rund 700 Euro. "Gute Geräte bekommt man voraussichtlich auch im kommenden Jahr nicht deutlich unter 500 Euro", sagt Reitberger. Das Betriebssystem Android 3.0 habe hohe Hardware-Anforderungen. Billig-Geräte für rund 100 Euro hätten eine ältere Bildschirm-Technik und arbeiteten häufig mit dem Vorgänger-Betriebssystem Android 1.6. Die Aufrüstung des Betriebssystems sei nicht möglich.

Tablet-PCs werden für Kriminelle interessant

Angesichts des erwarteten "exorbitanten Wachstums" bei Tablet-PCs in den kommenden Monaten werde diese Geräteklasse zunehmend für Kriminelle interessant, sagt Sicherheitsexperte Thorsten Urbanski von der Bochumer Softwarefirma G Data. "Nutzer sollten bedenken, dass es sich bei manchen Tablet-PCs um aufgepustete Smartphones handelt", sagt Urbanski.

Die Zahl der Schädlinge sei derzeit aber noch gering. Für iPhone und iPad sei noch zweistellig. "Zum Vergleich: Bei Windows-PC tauchen täglich 40 000 neue Schädlinge auf." Generell sei das Sicherheitsniveau sowohl des iPhone-OS als auch von Googles Betriebssystem Android für Smartphones und Tablets hoch.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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