Cebit 2011
Volksfest statt Innovationen

Die Cebit ist in diesem Jahr eine Messe der zwei Welten: Hier das Fachpublikum, das Geschäftskontakte knüpfen möchte, dort die Gamer, die sich vor Publikum per Ballerspiel duellieren. Nur die echten Produktneuheiten sucht man vergebens.
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Hannover„Und, was war dein Highlight bis jetzt?“, fragt ein Journalist seinen Kollegen im Pressezentrum „Bisher gar nichts“. Der kurze Dialog vermittelt einen guten Eindruck über die Produkt-Highlights der diesjährigen Cebit: Es gibt sie schlicht nicht.

Vielleicht hat die Messe in Hannover dieses Jahr einfach Pech gehabt: Kurz nach der Consumer Electronic Show in Las Vegas und dem Mobile World Congress in Barcelona sucht man bahnbrechende Neuheiten auf der Cebit vergeblich. Die Hallen mit Hardware erinnern überwiegend an taiwanesische Elektronik-Flohmärkte. Teilweise haben die Aussteller die Software ihrer Tablets und anderer Geräten nicht einmal übersetzt, koreanische und chinesische Schriftzeichen sind ständige Begleiter der Besucher.

Lediglich der taiwanesische Hersteller Asus sticht etwas heraus. An einem großen Stand präsentiert er tatsächlich zwei Produktneuheiten: einen 3D-Blue-Player und die PC-Bewegungssteuerung Xtion. Beide lassen sich direkt vor Ort ausprobieren.

Insgesamt zeigt die Billig-Konkurrenz aus Fernost aber, dass sich Apple auf den iPad-Lorbeeren noch einige Zeit ausruhen werden kann: Viele der Tablets sind offensichtlich mit heißer Nadel gestrickt worden, die Touchscreens reagieren schlecht, das Bild wechselt oft nicht beim Umdrehen des Geräts, die Steuerung ist unpräzise.

Dem Mega-Thema fehlt die Sogwirkung

Auch das Mega-Thema der Messe taugt nicht als Highlight: Cloud Computing lässt sich im Rahmen einer Messe nur schwer ansprechend darstellen. Es handelt sich eben nicht um ein glitzerndes Gadget, das sich ausprobieren und anfassen lässt. Stattdessen lauschen ein paar Versprengte den Vorträgen, die Cloud-Anbieter auf einer aufgebauten Bühne präsentieren.

An anderer Stelle geht dagegen die Post ab: Die von Intel betriebene Spielehalle platzt aus allen Nähten. Vor allem junge Gamer zieht es dorthin. Sie stürzen sich begierig auf die hochgezüchteten Spiele-Rechner und treten in großen Wettbewerben mit Ego-Shootern gegeneinander an – unter den Augen eines fachkundigen Publikums.

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