Cebit
Warum der IT-Markt brummt

Die deutsche Computer- und Telekommunikationsbranche boomt. Grund ist die steigende Nachfrage nach Flachcomputern wie dem iPad. Auch der hohe Bedarf von Speicherdiensten im Internet lässt die Umsätze steigen.
  • 0
Hannover

Tablet-Computer und die wiedererwachte Investitionslaune von Unternehmen sorgen bei der deutschen Computer- und Telekommunikationsbranche für klingelnde Kassen. Die Umsätze dürften dieses Jahr - wie bereits 2010 - um zwei Prozent auf nun 145,5 Milliarden Euro zulegen, teilte der Branchenverband Bitkom am Montag auf der Computermesse Cebit mit. Das wurde auch bisher erwartet, doch sieht Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer nun Luft nach oben: "Es würde mich nicht wundern, wenn wir da eine positive Überraschung erleben." Auch 2012 sollte der Gesamtmarkt um zwei Prozent auf dann 148 Milliarden Euro zulegen.

Einer der wichtigsten Gründe für den Umsatzanstieg ist dem Verband zufolge die boomende Nachfrage nach Flachcomputern wie dem Vorreiter iPad von Apple. Der US-Konzern habe damit eine neue Hardware-Kategorie geschaffen, die schnell wachse und für die die Endverbraucher viel Geld hinlegten. 2011 dürften hierzulande 1,5 Millionen der über einen berührungsempfindlichen Bildschirm gesteuerten Rechner verkauft werden - mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Allein auf der CeBIT würden 35 neue Modelle präsentiert, darunter von großen Anbietern wie Asus und Fujitsu aus Fernost oder Dell aus den USA. Da auch die IT-Abteilungen von Firmen mehr Geld in Hardware - vor allem in Server und Arbeitsplatzrechner - steckten, dürfte der Umsatz mit Informationstechnik 2011 um 4,3 Prozent klettern. "Das ist bemerkenswert, da der Umsatz in den vergangenen Jahren trotz steigender Stückzahlen wegen sinkender Preise meist stagnierte oder sogar zurückging", sagte Scheer.

Von den Investitionen der Geschäftskunden profitiert dem Bitkom zufolge auch die Software-Branche. So hätten etwa die Fahrzeugindustrie und die Energieversorger wieder mehr für Software-Programme ausgegeben. Der Software-Markt dürfte dieses Jahr um 4,5 Prozent und die Umsätze mit Software-Dienstleistungen um 3,5 Prozent ansteigen.

Und eine Sonderkonjunktur beschere die hohe Nachfrage nach Speicher- und Rechendiensten im Internet, das sogenannte Cloud Computing, den Herstellern wie SAP und Co. Die neue Technik war bereits 2010 einer der Schwerpunkte der Messe in Hannover - und die Wachstumsaussichten sind ungebrochen gut. Die Umsätze in diesem Geschäft dürften jährlich um die Hälfte steigen und 2015 bereits ein Zehntel aller IT-Ausgaben ausmachen, führte Scheer aus.

Hingegen dürften die Umsätze der Telekommunikationsbranche dieses und nächstes Jahr stagnieren, und die Hersteller von Unterhaltungselektronik müssen sich sogar auf ein Minus einstellen. Hauptgrund: Viele Bundesbürger hätten sich noch vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 einen neuen Flachbild-Fernseher geholt - dieses Umsätze fehlten nun. In der deutschen deutschen IT- und Telekommunikationsindustrie arbeiten nach Angaben des Bitkom 700.000 Beschäftigte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Cebit: Warum der IT-Markt brummt"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%