Cloud Computing
IT wird zum Strom aus der Steckdose

Die Cebit ist nicht mehr das große Mammutereignis. Das zentrale Treffen der IT-Branche setzt jetzt aufs Networking und will Unternehmen wie Privatanwendern die Vorteile der Cloud vor Augen führen - die Dienste aus dem Netz sind das zentrale Thema der Messe.
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BerlinWenn am Dienstag die Computermesse Cebit ihre Tore öffnet, interessiert sich kaum jemand für Computer. Alle Blicke richten sich auf die Cloud, das zentrale Thema der Messe. Die Vorstellung einer kaum fassbaren Daten-Wolke verspricht grenzenlose Möglichkeiten für eine Informationstechnik, die Unternehmen und Privatanwendern das Leben leichter machen will.

„Aus Sicht des Anwenders ist die Cloud nichts anderes als ein Service aus der Steckdose“, erklärt der Deutschland-Chef von Hewlett-Packard, Volker Smid. Aus der Perspektive des IT-Anbieters ist die Sache schon komplexer: Riesige Server-Farmen stellen die Infrastruktur bereit für ganz unterschiedliche Dienste von der Prozessorleistung bis zur speziellen Software-Anwendung.

Das Geschäft mit der Informationstechnik im Unternehmen übernimmt Erfolgsrezepte aus der Welt der Privatanwender. Beim US-Konzern Salesforce.com sagt Zentraleuropa-Chef Joachim Schreiner: „Unsere Verkaufsplattform App Exchange arbeitet ähnlich wie der App Store von Apple. Dort gibt es in einer Web-2.0-Umgebung über 1000 Business-Applikationen als Software as a Service (SaaS).“

Neben dem Modell der Apps wirkt vor allem Facebook als Vorbild.

„Daheim tauschen die Menschen mit Anwendungen wie Twitter oder Facebook Informationen aus und arbeiten zusammen, ohne dies eine einzige Minute lernen zu müssen“, sagt Schreiner im dpa-Gespräch.

„Für uns ist es unverständlich, warum das im Unternehmen nicht gehen soll.“ Das von Salesforce entwickelte Soziale Netzwerk heißt Chatter.

In dieser Anwendung folgen die Mitarbeiter Datenobjekten - das können neben Personen auch Dokumente, Support-Anfragen, Vertriebschancen oder Anwendungen sein. Sobald sich der Status eines Datenobjekts verändert, wird der Mitarbeiter benachrichtigt, sei es am Arbeitsplatz oder auch auf mobilen Geräten.

„Niemals zuvor in der Geschichte der Menschheit hatten wir solche Fähigkeiten, miteinander zu kommunizieren und Informationen zu verwalten“, sagt der Geschäftsführer des kanadischen Content-Management-Spezialisten Open Text, Tom Jenkins. Dabei sei ein Wandel vom Google-Modell zum Facebook-Modell zu beobachten - bei Facebook stammten die Informationen nicht mehr aus einer Datenbank, sondern von anderen Menschen. „Jetzt werden wir von Kunden gefragt, wie sie das Facebook-Modell der Kommunikation ins Unternehmen bringen können.“ Open Text hat dafür die Software Social Workplace entwickelt.

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  • Nicholas G. Carr beschreibt den umwälzenden Wandel, der bereits im Gange ist in seinem Buch 'The Big Switch - Rewiring the World, from Edison to Google'.
    http://www.nicholasgcarr.com/bigswitch/
    Letzendlich geht es um den Wechsel von der Industrialisierung bzw. Sachgutfertigung zur Servicialisierung bzw. Service-Erbringung. In ihrem Konzeptpapier 'Auf dem Weg zu einer Service Science' zeigt die Taskforce Dienstleistungen aus der Forschungsunion 'Wirtschaft - Wissenschaft' auf, dass diese Disziplin mit den zugehörigen Konzepten & Methoden erst noch entwickelt werden muss, denn eine durchgängige Service-Erbringungs- bzw. Dienst-Leistungstheorie liegt bis dato noch nicht vor.
    http://www.ksri.kit.edu/Upload/Publications/92d75a33-9e07-473b-9091-7398a0557f0b.pdf

    Beste Grüße & beste Servicialisierung
    Paul G. Huppertz

  • Das muss wohl differenzierter betrachtet werden:

    - Die Service-Zugangssysteme in Form der schlanken & schicken Arbeitsplatzsysteme vom Typ iPhone & iPad, Netbook & Notebook stehen im Zentrum der Aufmerksamkeit. Mit diesen universellen Service-Zugangssystemen für den Abruf von "cloud"- bzw. ICT-basierten Services schieben sich die abrufenden Service-Konsumenten in den Vordergrund.

    - Währenddessen verschwinden die service-relevanten Backend-Systeme hinter dem nebulösen Begriff "Cloud", denn diese Systeme interessieren nur noch die zuständigen Experten.

    Die Formulierung "Die Cloud ist nichts anderes als ein Service aus der Steckdose" erfasst den Zusammenhang noch nicht ganz richtig, denn darin werden die Servicescape bzw. die service-relevante Systemumgebung verwechselt mit den Services, die aus dieser Servicescape abgerufen & aus ihr heraus erbracht werden (müssen).

    Insofern ist eine "Cloud" sozuschreiben die Quelle der Services, genauer geschrieben der ICT-basierten Service-Beiträge bzw. Services. Es geht also um Service Sourcing und Servicialisierung, d.h. um verlässliche, rationelle & rentable Service-Erbringung.
    s. Vortrag 'Servicialisierung - Serviceerbringung unter Industrialisierungsbedingungen' zum itSMF-Jahreskongress 2010
    http://www.slideshare.net/PaulGHz/it-smf-kongress-2010-vortrag-servicialisierung-v030000
    s. Vortrag 'Servicialisierung - Vom Servicetrilemma zum Servicetriathlon' am 08.03.2011 beim itSMF-Regionalforum Rhein/Sieg in Köln
    https://www.itsmf.de/veranstaltungsdetails.html?&tx_seminars_pi1[showUid]=220
    s. Pre-Workshop 'Servicialisierung - Von der Service-Identifizierung bis zur Service-Fakturierung' bei der USU World 2011
    http://www.usu.de/microsites/USUWorld/Agenda_USU_World_2011.pdf
    s. XING-Gruppe 'Servicialisierung'
    http://www.xing.com/group-55245.9a4768

    Beste Grüße & beste Servicialisierung
    Paul G. Huppertz

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