Mobile Bezahlsysteme Alles außer Bargeld

Das Bargeld kann zu Hause bleiben. Geht es nach etlichen Zahlungsanbietern, sollen die Deutschen bald nur noch mit dem Smartphone shoppen. Doch was können alternative Bezahlverfahren? Und was hat der Verbraucher davon?
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Bargeld gehört für die Deutschen beim Shoppen einfach dazu. Geht es nach etlichen Zahlungsdienstleistern sollen Verbraucher jedoch bald nur noch ihr Handy zur Hand nehmen. Quelle: Getty Images

Bargeld gehört für die Deutschen beim Shoppen einfach dazu. Geht es nach etlichen Zahlungsdienstleistern sollen Verbraucher jedoch bald nur noch ihr Handy zur Hand nehmen.

(Foto: Getty Images)

DüsseldorfEin knappes Jahr ist es her, dass der Deutsche Sparkassen- und Giroverband in die eleganten Räumlichkeiten des Frankfurter Presseklubs geladen hatte, um eine „praktische und schnellere Bezahlvariante im Kleingeldbereich“ vorzustellen. Girogo hieß das Bezahlsystem, das die Deutsche Kreditwirtschaft bis dahin im norddeutschen Raum getestet hatte. Die Idee: Kunden laden ihre Geldkarte wie gehabt mit einem Guthaben auf; zum Bezahlen genügt es dann aber, die Karte nah an ein Lesegerät zu halten. Keine Münzkramerei, keine PIN, kein Warten an der Kasse mehr – bezahlen und weg hieß die Devise.

Doch so wirklich anfreunden wollen sich Verbraucher mit der Prepaid-Bezahlkarte – weder mit der traditionellen, noch mit der kontaktlosen Variante – bislang nicht. Wie Zahlen der Deutschen Kreditwirtschaft belegen, haben Kunden ungeachtet der Charmoffensive der teilnehmenden Bankenverbände ihre Geldkarte 2013 weniger zum Bezahlen eingesetzt als in den Jahren zuvor.

Während die Banken längst an einer Girogo-Variante ohne Prepaid-Guthaben tüfteln, sind Branchenkenner kritischer: Kontaktloses Zahlen per Girocard biete Verbrauchern zu wenig Mehrwert. Tatsächlich scheint es, als würde es die Deutschen wenig stören, beim Bezahlen ein paar Sekunden nach Kleingeld zu kramen oder die PIN einzugeben. Laut Bundesbank bleiben Bargeld und EC-Karte die beliebtesten Zahlvarianten.   

Der Fall Girogo lässt sich verallgemeinern. Denn die Banken sind nicht die einzigen, die momentan darum ringen, alternative Bezahlverfahren bei der breiten Masse durchzusetzen. Auch etablierte Zahlungsdienstleister, etwa das Kreditkartenunternehmen Mastercard oder der Zahlungsmittler PayPal, mühen sich um neue Lösungen. Junge Start-ups kommen täglich mit neuen Ideen und auch die großen Telekommunikationsanbieter mischen plötzlich mit – schließlich sollte das Smartphone idealerweise als „digitale Geldbörse“ genutzt und das traditionelle Portemonnaie ablösen.

Allerdings sind sich Branchenkenner in einer Sache einig: Nur diejenigen Bezahlsysteme haben eine Chance, die Kunden echten Zusatznutzen bieten. Welche alternativen Zahlverfahren gibt es also am Markt beziehungsweise wird es bald geben? Und was taugen sie aus Verbrauchersicht?

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26 Kommentare zu "Mobile Bezahlsysteme: Alles außer Bargeld"

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  • "Leider traue ich den Kassierern nicht so ganz. Man kann sich sehr leicht vertun."
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    Dagegen hilft Kopfrechnen. :-) Wenn ich einkaufe, weiß ich auf den Cent genau, wieviel's gekostet hat, und auch das Rückgeld ist nullkommanix berechnet.
    Ich habe keine Kreditkarte und ich will definitiv keine.

  • Ich bezahle gerne mit Karte. Da muß kein Rückgeld rausgegeben werden. Man muß nicht nachzählen. Leider traue ich den Kassierern nicht so ganz. Man kann sich sehr leicht vertun.

  • Ich bezahle gerne mit Karte, da bin ich sicher, dass richtig rausgegeben wird und muß nicht selbst nachzählen.

  • @whoknows richtig erkannt, dass Handelsblatt hat dieser Tage eine Umfrage zu Werbung in Form redaktioneller Beiträge durchgeführt. Das zeigt die Richtung in die es zukünftig geht. Das wird sicherlich nicht nur beim Handelsblatt so sein.

  • Cashmanagement kostet die Unternehmen sogar sehr viel, deshalb gibt es ja bei Shell die Möglichkeit Bargeld an der Kasse abzuheben, dass reduziert, Versicherungs und Sicherheitsdinestkosten

  • wenn man schon liest das es darum geht Systeme bei der breiten Masse durchsetzen zu wollen, ist doch klar wie verkehrt unsere Gesellschaft läuft. Es muss doch beim Handel darum gehen was die Kunden möchten und nicht was ihnen aufgezwungen wird. Ich sehe sehr kritisch die Datenerfassung und die Sicherheit die jüngsten Skandale zeigen das der Verbraucher nur ver... wird. Und bitte schön Geschäfte die mir gleich ungefragt eine APP aus Telefon installieren, Hilfe! das will ich auf gar keinen Fall. Im Übrigen haben sich die derzeitigen Bezahlsysteme wie z.B. EC Karte und Kreditkarte noch nicht zu 100% durchgesetzt, versuchen Sie mal einen Döner mit EC oder Kreditkarte zu bezahlen und auch im Taxi sind sie sehr unbeliebt. Ferner hätte ich gern selbst die Kontrolle und die pseudo Vorteile für Verbraucher wie Bonuspunkte sind derart lächerlich das sie kaum als echter Vorteil gesehen werden können. Vorteile für Verbraucher wären, echte Qualität zu einem angemessenem Preis, unabhängige Beratung. Die Realität ist mieser Service, miese Qualität zu überhöhten Preisen von künstlich gehypten Marken, Missachtung der rechtlichen Rahmenbedingungen in zahlreichen AGBs; immer aufdringlichere Werbung. Alternativ im Internetshoppen, da muss man dann in Kauf nehmen das die dortigen Beschäftigten eher wie Sklaven gehalten werden. Mein Fazit fällt düster aus: Menschlichkeit, Anstand, Gerechtigkeit sind hole Floskeln die in unserer Gesellschaft nicht mehr viel zählen.

  • Anzeigen-Artikel. Getroffen !

  • Zum Thema Kosten/Gebühren:

    Sie glauben doch nicht, dass die Bargeldbe-/verarbeitung für Unternehmen keine Kosten verursacht.

  • ich fand in einer suchmaschine "sklaven ohne ketten opel"

  • "Für größere Transaktionen braucht man ebenfalls kein Handy."
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    Mein Mobiltelefon (kein Smartphone) brauche ich bezeichnungsgemäß zum Telefonieren, für nichts sonst! :-)

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