Netzausbau
Wie Telekom und Vodafone auf die Zukunft wetten

Menschen, Smartphones, Maschinen – alles ist künftig miteinander verbunden. Die Telekomkonzerne rüsten mit Milliardenaufwand ihre Netze auf. Ob sich das rentiert, ist offen – das große Geschäft könnten andere machen.
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DüsseldorfEin Motorradhelm ist ein Motorradhelm – normalerweise. Doch dieser weiße Kopfschutz enthält gleich eine ganze Kommunikationseinheit: Automatischer Notruf, Kamera für Panoramaaufnahmen, Telefon und Navigationsgerät, hinzu kommt die Möglichkeit der Konferenzschaltung, wenn ein ganzer Pulk auf schweren Maschinen unterwegs ist. Doch der Clou verbirgt sich in den unscheinbaren Handschuhen: Zuckt der rechte Zeigefinger oder Daumen, kann der Fahrer die verschiedenen Funktionen über Sensoren steuern. Beide Hände bleiben am Lenker, sicherheitshalber.

Das publikumswirksame Demonstrationsobjekt vom spanischen Mobilfunkanbieter Telefonica zeigt, was in der vernetzten Welt alles schon möglich ist. Dabei ist das nur der Anfang. Milliarden von Geräten werden in naher Zukunft miteinander vernetzt sein – Laptops, Tablets und Smartphones, aber auch immer mehr Kaffeemaschinen, Kühlschränke oder Autos. Von der industriellen Anbindung bis hin zur virtuellen Fabrik ganz zu schweigen.

„Künftig wird sich mehr die Frage stellen, welche Maschine noch nicht mit dem Internet verbunden ist“, sagte Cisco-Chef John Chambers dem Handelsblatt. Der Chef des US-Telekomausrüsters rechnet damit, dass sich das Datenvolumen, das all die Geräte Tag für Tag produzieren werden, bis zum Jahr 2020 mehr als verzehnfachen wird – eine gigantische Flut von Informationen, die gesammelt, aufgearbeitet, ausgewertet und in neue lukrative  Geschäftsmodelle gegossen werden soll.

Von all diesen neuen Anwendungsbereichen versprechen sich die beteiligten Unternehmen viele neue Geschäfte und enorme Umsatzsprünge. Auf rund 19 Billionen US-Dollar könnte der  Markt rund um den Bereich „Internet der Dinge“ in zehn Jahren anwachsen, schätzt Cisco-Chef Chambers – dazu könnten jede Menge neuer Jobs in neuen Arbeitsbereichen entstehen.

Doch derzeit ist die Arbeitsteilung ungerecht verteilt: Während die einen eine Fülle vielversprechender Dienste entwickeln, bleibt anderen zunächst die Kärrnerarbeit mit der vagen Aussicht, dass diese sich irgendwann mal in klingender Münze niederschlagen wird. Das gilt vor allem für die Telekomkonzerne, die sich – angespornt von der stets wachsenden Datenflut – aufgemacht haben, ihre Netze zu modernisieren und aufzurüsten.

Rund sechs Milliarden Euro steckt die deutsche Telekom bis 2016 Jahr für Jahr in die Modernisierung von Fest- und Mobilfunknetz, derzeit sind es rund 10.000 Baustellen, an denen gleichzeitig gewerkelt wird. Auch Konkurrent Vodafone lässt sich nicht lumpen und gibt rund vier Milliarden für Netzinvestitionen in diesem und im kommenden Jahr aus.

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