Weniger Besucher
Die Cebit schrumpft fröhlich weiter

Weniger Besucher, aber dafür die richtigen: Die Cebit ist in diesem Jahr weiter geschrumpft. Trotzdem zieht die Deutsche Messe AG eine positive Bilanz. Auf die Profis komme es an – und die habe man erreicht.
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HannoverEs ist ein Ritual. Die Technologiemesse Cebit schrumpft, trotzdem gibt sich der Veranstalter zufrieden. So auch in diesem Jahr: An den fünf Messetagen seien 210.000 Besucher nach Hannover gekommen, teilte die Deutsche Messe AG am Freitag zum Abschluss der Veranstaltung in Hannover mit. Damit verfehlte sie das Ziel von 230.000 Gästen. Weniger ist mehr, meint das Unternehmen: „Das Business-Konzept greift“, sagte Messe-Vorstand Oliver Frese.

Die Cebit will nun eine reine Profi-Veranstaltung sein. Neun von zehn Besuchern (92 Prozent) seien „IT-Professionals“, jeder Dritte arbeite gar im Top-Management seines Unternehmens, teilte der Veranstalter mit. Zudem seien Investitionen von rund 25 Milliarden Euro beschlossen worden – so viel wie nie zuvor. Als Erfolg verbucht die Messegesellschaft auch, dass 3000 Gäste die Konferenzen besuchten, die erstmals kostenpflichtig waren.

Der Hightech-Branchenverband Bitkom, der über den Messeausschuss über die Ausrichtung der Cebit mitentscheidet, sekundierte der Deutschen Messe AG. Die Fokussierung auf Geschäftskunden und Konferenzen sei „rundum gelungen“, erklärte Bitkom-Präsident Dieter Kempf. Laut einer Umfrage der Organisation ist die Mehrheit der Aussteller mit dem Messeverlauf zufrieden.

Jan Geldmacher, Geschäftsführer der Vodafone Global Enterprise, betonte vor allem die Qualität der Fachgespräche auf der Messe. „Der Trend geht weg von reiner Produktpräsentation und hin zu Lösungspräsentationen“, sagte er. Die sich verstärkende Symbiose von Anwendern und Anbietern werde vor allem im Automobilbereich zunehmend sichtbar.

Die Messe hat nicht zum ersten Mal einen Neustart versucht. Während des Dotcom-Booms um die Jahrtausendwende schoben sich bis zu 830.000 Besucher durch die Hallen, darunter zahlreiche private Technikfans und Kugelschreiber-Jäger – die großen Unternehmen beschwerten sich, weil sie nur schwer Geschäfte machen konnten.

In den folgenden Jahren veränderte sie das Konzept immer wieder und richtete sich mal mehr, mal weniger an Geschäftsleute. Dass die Privatbesucher nun fast vollständig außen vorbleiben, hat indes auch mit dem steten Rückgang der Besucherzahlen zu tun.

Mit der Fokussierung auf die IT-Entscheider sei nun „die optimale Struktur“ für die nächsten Jahre gefunden, teilte die Messe nun mit. Nun müsse man „die Details weiter in Richtung Wachstum justieren“.

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  • CEBIT 2014 ein absoluter Flop - ich war in Hannover. Für die nächsten Jahre kein Thema mehr für mich. Tausende Schüler mit den schrägen SAMSUNG Hüten lungerten in den Hallen herum ohne irgendein Ziel. Die Anbieter hatten nichts wirklich neues überzeugendes zu bieten. Und der Stand der SAP - zum Abgewöhnen: unübersichtlich, unstrukturiert und alles andere als kundenorientiert. Man wollte die SAP feiern und vergaß dabei, den Kunden zu beachten. Noch das Beste Halle 9 die Stände von Frauenhofer und dem BMBF mit wirklich ganz interessanten Zukunftsideen und ersten Blaupausen und vielen intelligenten und aufgeweckten jungen Wissenschaftlern. Alles andere konnte man wirklich abhaken. Und bitte: So viele spannende Deals können nun wirklich nicht gelaufen sein - zumindest nicht in den Hallen. Dazu ging es viel zu entspannt an den Ständen zu. Das Fieber fehlte - überall. Und die Organisation auf dem Gelände ebenfalls zum abgewöhnen. Lauter VIP Shuttles und Fahrzeuge gaben einem keine Chance halbwegs entspannt zwischen den Hallen zu schlendern und die Eindrücke zu verarbeiten. Bin selber beinahe von einem ungeduldigen Busfahren angekarrt worden. Das hätte noch als Krönung gefehlt. Also: ein verlorener Tag, an dem ich sehr viel lieber im Büro an meinen Projekten gearbeitet hätte.

  • Was soll man auch sonst sagen? Die Messe wäre ein Vollflop und man wolle niemals wieder eine machen...? Das würden die Leute, die 300...500 Euro Standmiete pro qm zahlen wohl höchst ungern hören. Oder gerne - um zukünftig den Standpreis auf 20 Euro / qm zu drücken. Also lobt man die Messe über den grünen Klee - selbst wenn es nur 1 Besucher wäre. Das wäre dann aber DER Fachbesucher mit einem riesigen Investitionsprojekt. Vielleicht ein Herr H. aus Bayern - solange er noch unter freien Menschen weilt...

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