Ransom-Software entdeckt: Cyberkriminelle erpressen jetzt auch Apple

Ransom-Software entdeckt
Cyberkriminelle erpressen jetzt auch Apple

Nun hat auch Apple seinen ersten ausgewachsenen Angriff mit Erpressungs-Software. Nicht nur das: Die Gangster wollen ganz auf Nummer sicher gehen und sind besonders perfide. Der Trojaner aktiviert sich erst später.

San FranciscoWährend des Wochenendes erlebten einige Mac-Nutzer eine böse Überraschung. Sie erhielten eine Mitteilung auf den Bildschirm mit der Aufforderung, einen Bitcoin (rund 400 Euro) an einen anonymen Empfänger zu überweisen. Erst dann bekämen sie einen Schlüssel zugesandt, der die ungefragt verschlüsselten Computer-Dateien wieder lesbar machen würde.
Solche sogenannte „Ransomware“ macht seit Jahren Windows-PCs unsicher. In den vergangenen Wochen erregte „Locky“ besondere Aufmerksamkeit. In nur wenigen Stunden waren allein in Deutschland rund 17.000 Computer verschlüsselt. Sogar Krankenhäuser wurden lahmgelegt.
Aufgespürt hat die Apple-Cybergangster die Sicherheitsfirma Palo Alto Networks. Versteckt war der Angreifer in einem Open-Source-Baustein für die Installationssoftware einer populären BitTorrent-Software namens „Transmission“.

Bereits 2014 war eine Ransom-Software für Apple-Computer entdeckt worden, so Palo Alto Networks, doch sie scheint nie fertig geworden zu sein.
Die „Keranger“ genannte Schadsoftware wäre demnach die erste voll funktionsfähige Verschlüsselungssoftware, die tatsächlich zum Einsatz kam und Schaden angerichtet hat oder anrichten wird. Denn sie wartet drei Tage, bis sie sich aktiviert. Die Angreifer hoffen so, lange genug anonym bleiben zu können, um möglichst viele Rechner zu infizieren.

Wie genau die Hacker die verseuchten Dateien in die Software einschleusen konnten, ist noch unklar. Weil die Software in den Versionen vor der infizierten 2.90 ein zuverlässiges Angebot mit einem gültigen Sicherheitszertifikat war, luden zunächst viele Apple-Nutzer die Installer arglos auf ihre Rechner. Sowohl Apple als auch „Transmission“ haben sofort gehandelt und die Dateien gesperrt, nachdem sie von den Sicherheitsexperten informiert worden waren.

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