CEO Basecamp auf der Cebit Im Sog der Zeitenwende

Beim CEO Basecamp auf der Cebit diskutierten Entscheider und Experten über die Chancen der Digitalisierung. Viele deutsche Unternehmen haben diese bereits ergriffen – und sind bereit, unbequeme Wege zu beschreiten.
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Erstes Podium zum Thema Pioniergeist im Zeitalter des Kunden mit (v.l.n.r).: Miguel Milano, President EMEA, Salesforce, Handelsblatt-Redakteurin Ina Karabasz und Dirk Hoke, CEO und Mitglied des Konzernvorstandes, Airbus Defence and Space.
CEO Basecamp auf der Cebit

Erstes Podium zum Thema Pioniergeist im Zeitalter des Kunden mit (v.l.n.r).: Miguel Milano, President EMEA, Salesforce, Handelsblatt-Redakteurin Ina Karabasz und Dirk Hoke, CEO und Mitglied des Konzernvorstandes, Airbus Defence and Space.

HannoverDas große Problem mit der Digitalisierung? Unsere Bequemlichkeit. David Bosshart, Chef des Schweizer Gottlieb Duttweiler Instituts, findet deutliche Worte: Weil der gute Zustand der deutschen Konjunktur bequem mache, werde der Zwang zum Umdenken nicht erkannt. Fast alle Branchen seien träge geworden. Stimmen die Vorwürfe des Schweizer Trendforschers?

Um über den Zustand und die Chancen der Digitalisierung zu sprechen, hatte das Handelsblatt CEOs und Experten gemeinsam mit Salesforce in das CEO Basecamp auf die Cebit in Hannover eingeladen. Dabei zeigte sich: Der Wandlungsdruck ist enorm – allerdings manchmal auch an ganz unerwarteter Stelle. Und so eröffnete Handelsblatt-Chefredakteur Sven Afhüppe die Veranstaltung mit den Worten: „Wir müssen groß denken, die Chancen erkennen und begreifen.“

Dass viele Unternehmen dies bereits tun und für ihre Überzeugung unbequeme Wege beschreiten, zeigt das Beispiel Volkswagen. So sprach VW-Vorstand Karlheinz Blessing über den Stand der Transformation in seinem Konzern. Volkswagen wurde lange als „Blechbieger“ bezeichnet. Das Image habe sich jedoch drastisch geändert, betonte Blessing, der bei VW die Bereiche Personal und IT verantwortet: „Die Digitalisierung gehört fest zum Unternehmen.“ Nicht immer sei das so gewesen, räumte er ein.

Früher einmal sei die Cebit in Wolfsburg nur wahrgenommen worden, weil die Hotelzimmer im Umkreis knapp wurden. Doch das ist lange her. Mittlerweile ist der Konzern mit großer Selbstverständlichkeit auf der weltgrößten Technologiemesse vertreten. Mindestens die 10. 000 Mitarbeiter im Bereich IT interessiert brennend, welche Zukunftsentwürfe die Cebit zeigt.

Kanzlerin in der Cebit-Realität
Eröffnungsfeier
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Mit dem traditionellen Rundgang von Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Montag die Technologiemesse Cebit für Besucher begonnen. Bereits am Sonntagabend hatte die Kanzlerin eindringlich appelliert, vom digitalen Wandel verunsicherte Menschen nicht zu ignorieren. Es gehe um „Millionen von Menschen, die zum Teil noch nicht wissen, was sie erwartet“, sagt sie.

Partnerland Japan
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Zu der fünftägigen Veranstaltung mit über 3000 Ausstellern aus 70 Ländern werden rund 200.000 Besucher erwartet. Aus dem diesjährigen Partnerland Japan ist Ministerpräsident Shinzo Abe dabei.

Sushi-Roboter
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Europa sei oft langsam bei der Digitalisierung, räumt Merkel ein. „28 Mitgliedstaaten müssen sich natürlich einbringen“, erklärt sie. „Aber wir spüren, dass auf der Welt das Tempo hoch ist, und mit Japan haben wir einen Freund, der sich dieses hohe Tempo zunutze macht.“ Beim Rundgang mit Abe schaut sich die Kanzlerin auch einen Sushi-Roboter an.

Künstliche Intelligenz
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Premierminister Abe (r.) betont, Japan fürchte sich nicht vor Technologien wie der künstlichen Intelligenz: „Dass die Maschinen die Menschen ersetzen könnten, eine derartige Angst gibt es in Japan nicht.“

Roboterbeine
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Neben Drohnen gibt es auf der Cebit auch Roboter zu sehen. Hier begutachtet die Kanzlerin ein Gestell mit Roboter-Beinen, welches einmal Prothesen ersetzen könnte.

Blumen für den Ehrengast
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Telekom-Chef Tim Höttges, Angela Merkel, Shinzo Abe und Bildungsministerin Johanna Wanka am Telekom-Stand. Die IT-Leistungsschau will in diesem Jahr besonders den digitalen Wandel mit konkreten Beispielen anfassbar und erlebbar machen.

„Umbruch aller Lebensbereiche“
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Die CDU-Politikerin hat bei dem Rundgang den Umbruch aller möglichen Lebensbereiche durch die Digitalisierung betont. Diese sei eine Tür in eine andere Welt des Wirtschaftens, Arbeitens und Konsumierens.

Blessing forderte ein Umdenken der Industrie, eine schonungslose Analyse der Stärken und Schwächen sei zwingend: Disruptiere dich selbst, bevor es andere tun. Blessing schilderte, wie sich das Umfeld massiv verändert hat: Klassische Wettbewerber, aber auch völlig neue Player eroberten mit Macht die Schlüsselthemen der Zukunft. Autonomes Fahren und der Elektroantrieb seien die Eckpunkte einer neuen Epoche der Mobilität. Anbieter wie Tesla oder Google könnten ganz neu starten, ohne sich über die soziale Auswirkung der technologischen Revolution Gedanken machen zu müssen.

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Digitaler Wandel als soziale Transformation
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3 Kommentare zu "CEO Basecamp auf der Cebit: Im Sog der Zeitenwende"

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  • Ein interessantes, wichtiges Thema, jedoch ein Artikel, der zu sehr Probleme in hauptsächlich vager Form zur Sprache bringt und sich mit möglichen Lösungsansätzen zu sehr zurückhält. 3 Beispiele:
    „Der Wandlungsdruck ist enorm“ – Gleichzeitig aber soll unsere Bequemlichkeit der Digitalisierung im Wege stehen. Auf welchen Gebieten und in welcher Form also empfinden wir den Wandlungsdruck? Der Artikel gibt keine Beispiele.
    Gut, daß die digitale Entwicklung dem Kunden neue Wahlmöglichkeiten und Interaktionswege gibt. Fallbeispiele, die diese und deren Mehrwert aufzeigen wären gut gewesen.
    Und welche unbequemen Wege werden denn beschritten? Daß ständige Veränderung (= Weiterentwicklung) heute die Norm ist, sollte klar sein. Ich sehe das eher als Chance die Langeweile fernzuhalten. Wer rastet, der rostet (sagt man seit dem frühen 19. Jahrhundert). Problematisch ist, einen normalen, d.h. kompletten, Arbeitstag zu absolvieren und dann der Wissensaufbau um Beiträge für disruptive Veränderungen leisten zu können als „Kür“ erwartet wird.
    Gut ist, daß offen angesprochen wird, daß Kunden noch lange nicht genug im Fokus stehen und große potentielle Kundengruppen sich so abgehängt fühlen (und es auch sind), daß sie hilfreichen, aber disruptiven Neuerungen generell ablehnend gegenüberstehen. Mitnehmen kann man diese Gruppen nur, wenn man ihnen den Nutzen des Neuen begrifflich machen kann und die entsprechende Technologie (fast) per „auspacken, einschalten, geht“ zur Verfügung stellt – oder Installation und Service für kleines Geld mitgekauft werden kann. Nur wenn eine Gruppe wirklich mitgenommen wird, wird man ihr klarmachen können, daß es für sie in Zukunft nach wie vor Platz gibt. Diesbezüglich hat Herr Bosshart den Nagel auf den Kopf getroffen. Nur – wie realisieren?

  • Eine Lösung, die Betroffnen bei der digitalen Transformation nicht abzuhängen, ist sie von Anfang an in die Lösungsfindung einzubeziehen. So werden aus Betroffenen Akteure, die den digitalen Wandel aktiv gestalten und nicht vom Wandel überrumpelt und überrannt werden. Googeln Sie Clever Change, wenn Sie mehr darüber wissen möchten.
    herzliche Grüße
    Verena Czerny

  • „Viele deutsche Unternehmen haben diese (die Chancen der Digitalisierung) bereits ergriffen – und sind bereit, unbequeme Wege zu beschreiten.“

    Das ist eine gute Nachricht angesichts der in dem Artikel zitierten Feststellung David Bossharts:

    „Weil der gute Zustand der deutschen Konjunktur bequem mache, werde der Zwang zum Umdenken nicht erkannt. Fast alle Branchen seien träge geworden.“

    Die Aussage „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“ gilt nämlich auch und gerade für die Wirtschaft. Und wer träge, d.h. ängstlich, übervorsichtig, selbstzufrieden und bequem geworden ist, wird tatsächlich bestenfalls "nur" vom Lauf der (Wirtschafts-)Geschichte abgekoppelt, schlimmstenfalls aber von ihm überollt.

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