High-Tech-Forum: Keine Angst vor der Digitalisierung

High-Tech-Forum
Keine Angst vor der Digitalisierung

Das neue High-Tech-Forum der Regierung will sich stärker um die Folgen der Technologie kümmern und nach dem Nutzen fragen, den Innovationen der Gesellschaft bringen. Erstmals darf auch die Zivilgesellschaft mitreden.
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BerlinAm Anfang galt die deutsche High-Tech-Strategie als zu wenig effizient. Zuletzt lautete die Kritik, der Versuch der Politik unter diesem Schlagwort Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zu vernetzen sei zu einseitig ökonomisch orientiert. Es gehe immer nur darum, Unternehmen im Innovationswettbewerb Vorteile zu verschaffen, ohne die gesellschaftlichen Folgen zu bedenken. Genau auf diese Kritik gibt der dritte Anlauf der High-Tech-Strategie nun eine Antwort. Erstmals sind auch Vertreter der Zivilgesellschaft im High-Tech-Forum vertreten, das von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka berufen wurde, und bis zum Ende der Legislaturperiode die Bundesregierung in High-Tech-Fragen beraten soll.

Und diese Vertreter haben gleich bei der ersten Sitzung des 20-köpfigen Gremiums am Dienstag kräftig Spuren hinterlassen, berichtete Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft am Dienstagabend. Neugebauer hat neben dem Präsidenten des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft, Andreas Barner, den Vorsitz des Forums übernommen.

Die wachsenden Ängste der Bürger vor den Folgen der technologischen Entwicklung gerade im Bereich der Digitalisierung sollen auf Wunsch der Vertreter der Zivilgesellschaft erstmals überhaupt ein zentrales Thema der High-Tech-Strategie werden. Zu ihnen gehört ein führender Mitarbeiter der Stiftung Warentest genauso wie Marlehn Thieme, Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung, oder der Generalsekretär der Volkswagen-Stiftung, Wilhelm Krull. „Wir wollen uns in Zukunft nicht nur fragen, wie man neue Ideen am schnellsten zu Innovationen machen und am besten vermarkten kann.“ Es solle auch um die Frage gehen, welchen Nutzen sie der Gesellschaft stiften.

Technologiefolgenabschätzung heißt dafür der Fachbegriff. Sie soll unter dem Arbeitstitel Transparenz und Partizipation eines der fünf Fachforen beschäftigen, auf die sich die Kommission in ihrer ersten Sitzung verständigt hat. „Dabei wird es auch um ethische Fragen wie die Grenzen der Digitalisierung der Wirtschaft gehen. Big Data wird sicher ein großes Thema sein“, so Barner, im Hauptberuf Vorstandschef beim Arzneimittelhersteller Boehringer Ingelheim.

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