Kommentar: Rechner am Handgelenk überzeugen nicht

Kommentar
Rechner am Handgelenk überzeugen nicht

Die smarten Computeruhren sind da. Sie haben nette Funktionen und sind für Triathleten oder Marathonläufer wertvolle Trainingshelfer. Alles in allem fehlen aber überzeugende Kaufargumente, findet Joachim Hofer.
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DüsseldorfWer braucht denn so was? Es ist die Standardfrage all jener Menschen, denen mit zunehmendem Alter die Neugier verloren geht. In diesen Tagen ist der Satz häufig zu hören. Schließlich kommt da wieder einmal eine ganz neue, für die allermeisten von uns noch völlig unbekannte Generation elektrischer Geräte in die Läden: die Computeruhren.

Auf dem Mobile World Congress in Barcelona warem die in Fachkreisen „Smartwatches“ genannten Apparate das Gesprächsthema schlechthin. Beim größten Branchentreff der Mobilfunkwelt zeigen von Huawei über LG bis Sony Dutzende Elektronikmarken ihre Mini-Rechner fürs Handgelenk. Apple ist nicht mit dabei am Mittelmeer; wenn der Rest der Industrie die Messestände wieder einpackt, ziehen die Amerikaner selbst ihre Show ab: Am kommenden Montag präsentiert das Kultlabel in San Francisco Details seiner ersten eigenen Uhr.

Den Technikmuffeln sei zugerufen: Ihre Skepsis ist berechtigt, zumindest was die Modelle angeht, die bis jetzt auf dem Markt sind. Die braucht wirklich keiner. Die Apparate sind meist klobig, die Batterien halten in vielen Fällen kaum einen Tag durch, und mit wenigen Ausnahmen funktionieren die Uhren nur mit einem Handy in Reichweite. So sieht das nächste große Ding in der mobilen Welt gewiss nicht aus.

Sind die Computeruhren also schon tot, ehe sie überhaupt so richtig das Licht der Welt erblickt haben? Keinesfalls. Denn es hat seinen Grund, dass die Hersteller in den vergangenen Monaten Dutzende Geräte auf den Markt geworfen haben: Die Firmen haben eine höllische Angst, dass sie erneut einen Megatrend verpassen. So wie einst mit den Smartphones und Tablets. Mit iPhone und iPad war Apple allen Wettbewerbern Jahre voraus und ist so zum wertvollsten Unternehmen der Erde aufgestiegen. Abgesehen von Samsung hecheln die Verfolger bis heute Apple hinterher.

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Verkaufs-Zahlen enttäuschen

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