Konkurrenzkampf
Smartphones werden billige Massenware

Auch in Schwellenländern hat mittlerweile fast jeder ein Smartphone. Einzelne Bauteile für moderne Handys aus China werden immer günstiger. In der Branche tobt ein Preiskampf. Wirklich Geld verdient zur Zeit nur Apple.
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Schlagzeilen können trügen. Als Samsung am Sonntagabend seine neuen Smartphones präsentiert, ist das Kongresszentrum im Norden von Barcelona proppenvoll. Tausende Journalisten, Analysten und eifrig klatschende Mitarbeiter des koreanischen Konzerns bekommen Geräte mit schickem Design vorgeführt - zu Preisen ab 700 Euro. Selbst die gute alte „Tagesschau“ berichtet.

Doch die pompöse Präsentation führt in die Irre. Wer sehen will, was die Technologiebranche mindestens genauso beschäftigt, sollte auf dem Mobile World Congress in Halle 6 vorbeischauen. Dort reihen sich die Stände zahlreicher chinesischer Hersteller aneinander. Spektakuläre Designs wie bei Samsung sind dort nicht zu sehen, stattdessen ist es ein Einerlei von rechteckigen Bildschirmen mit Android-Oberfläche.

Aufsehen erregen jedoch die Preise: Internetfähige Handys gibt es bereits ab 30 Euro.

Die weltgrößte Mobilfunkmesse, die am Montag begonnen hat, zeigt es deutlicher denn je: Der Smartphone-Markt ist gespalten. Während Apple und Samsung mit schickem Design hohe Preise durchsetzen wollen, wird ein Großteil der Geräte immer billiger. In Schwellenländern sind sie bereits billige Massenware; und wer hierzulande ein ordentliches Smartphone mit dem Datenturbo LTE haben will, muss auch nicht viel mehr als 150 Euro ausgeben. Ein Ende dieser Abwärtsspirale sei nicht abzusehen, sagte Sony-Chef Kazuo Hirai. Für sein Unternehmen und zahlreiche Konkurrenten ist das eine schlechte Nachricht: Es wird immer schwieriger, Geld zu verdienen.

Als Apple das iPhone entwickelte, handelte es sich um eine einmalige Ingenieurleistung - vorher hatte noch nie jemand einen Computer mit Touchscreen in so ein kleines Gehäuse gebaut. Doch die Chiphersteller entwickelten schnell Bausteine, mit denen auch Konkurrenten des i-Konzerns ähnliche Geräte zusammenbauen können. Diese Standardisierung verläuft ähnlich wie einige Jahre zuvor bei den PCs, aber im Schnelldurchgang.

Einer dieser Spezialisten ist Qualcomm. „Wir bieten vollintegrierte Systeme an“, sagte Qualcomm-Manager Enrico Salvatori dem Handelsblatt. „Damit müssen die Gerätehersteller weniger technischen Aufwand betreiben, das beschleunigt die Markteinführung.“ Prozessor, Grafikchip, WLAN: All das bekommen Kunden als integriertes System. Qualcomm testet es auch, so dass die Technik beispielsweise in allen Mobilfunknetzen läuft.

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Etablierte Anbieter unter Druck

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