Trends vom Mobile World Congress
Mit den Schweißdrüsen das Smartphone schützen

Smartphones mit Kurven, laden ohne Kabel und ein Sensor, der unter die Haut geht: Auf dem Mobile World Congress hat die Mobilfunkbranche zahlreiche Neuerungen vorgestellt. Die wichtigsten Trends der Messe im Überblick.
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BarcelonaWenn es um die Sicherheit von E-Mails oder wichtigen Dokumenten geht, können auch die Schweißdrüsen einen Beitrag leisten. Der Chipspezialist Qualcomm hat einen Scanner entwickelt, der mit Ultraschall den Fingerabdruck scannt. Das Verfahren ist so genau, dass es unter die Haut geht – und nicht nur die äußere Hülle überprüft, sondern auch die Feuchtigkeitsspender darunter. Wasser und Fett stören dabei nicht.

Das neue Verfahren steht für einen Trend: Die Überprüfung von biometrischen Merkmalen sichert immer mehr Smartphones und Computer ab. Was früher teurer Firmen-IT vorbehalten war, wird zu eine erschwinglichen Technologie für die Breite, die nicht nur in den Spitzenmodellen von Apple und Samsung zu finden ist. So scannt ZTE mit der Handy-Kamera des Grand S3 das Weiße im Auge, um den Nutzer zu identifizieren. Die Qualcomm-Technologie soll in der zweiten Jahreshälfte erstmals in einem Serienmodell zum Einsatz kommen.

Fingerabdruck und Irisscan allein reichen indes nicht immer aus. „Biometrie ist eine Komforttechnologie, keine Sicherheitstechnologie“, sagt Alexander Nouak vom Fraunhofer-Institut für grafischen Datenverarbeitung IGD. Sie erleichtere lediglich die Identifizierung des Nutzers.

Gerade bei Smartphones sei das aber durchaus ein Gewinn an Sicherheit: „Natürlich können die Systeme überwunden werden. Aber wenn die Nutzer ihre Geräte aus Bequemlichkeit nicht sperren, ist es sicher ein Gewinn, sie mit der komfortablen Biometrie wieder zum Sperren zu bringen.“

Design zählt doch...

Die meisten Smartphone-Modelle sehen einander sehr ähnlich: Sie sind – unterschiedliche große – Rechtecke mit einem Touchscreen. Doch einzelne Hersteller, das zeigt sich auf dem Mobile World Congress in Barcelona, wollen mit dem Design von dieser einheitlichen Konkurrenz abheben.

Zum Beispiel Samsung: Der Marktführer stellte mit dem Galaxy S6 einen Hingucker vor. Die Bildschirmkanten links und rechts sind abgerundet und bieten eine zusätzliche Fläche für Anwendungen, etwa eine Schnellwahlliste mit den wichtigsten Kontakten. Auch wenn es dafür noch nicht so viele Funktionen gibt, sieht das schick aus.

Lenovo hat wiederum mit dem Kamera-Smartphone Vibe Plus zwei Kategorien auf ungewöhnliche Art kombiniert. Und LG will mit leicht gekrümmten Displays punkten.

Samsung hat ein Gerät entwickelt, das so schnell niemand nachbauen kann. Der südkoreanische Konzern profitiert von seiner eigenen Forschung und Fertigung. Nun muss er noch zeigen, dass sich diese Investitionen auch lohnen und die Kunden bereit sind, dafür einen stattlichen Preis von 700 Euro aufwärts zu zahlen. Die nächsten Monate werden Aufschluss geben.

...der Preis aber auch

Jenseits der Premiumklasse gelten indes andere Regeln. Binnen weniger Jahre sind Smartphones zu Standardprodukten geworden, die aus Standardkomponenten billig zusammengebaut werden. Die Preise kennen daher nur eine Richtung: nach unten. Geräte mit den Datenturbo LTE sind in Barcelona bereits zu Preisen etwas über 100 Euro zu sehen.

Die Entwicklung der nächsten Jahre lässt sich bereits ablesen. Zum Beispiel an der Planung des Zulieferers Mediatek. Das taiwanische Unternehmen entwickelt fertige Bausteine für Smartphones, die Hersteller vergleichsweise einfach zusammenbauen lassen können, teils sogar fertige Referenzgeräte, an denen kaum noch etwas verändert werden muss.

Ein Gerät mit einem schnellen Achtkernprozessor und ordentlichem Bildschirm ist nach Einschätzung des Mediatek-Managers Siegmund Redl bald für rund 200 Euro im Handel zu bekommen. Wer sich mit einem Vierkernchip und dem Datenturbo LTE zufrieden gibt, muss in absehbarer Zeit nicht mehr als 100 Euro ausgeben.

Der genaue Endpreis hänge dabei von Kleinigkeiten ab, etwa der Qualität des Headsets oder des Netzteils. „Die Hersteller müssen alle mit spitzem Bleistift rechnen – aber das können die auch“, so Redl.

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Laden ohne Kabelsalat

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Das Smartphone wird zum Tricorder

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