Cern-Projekt
Jeder kann das "Gottesteilchen" jagen

Das Cern hat Nutzer aufgefordert, ihre Computer für die Simulation von Teilchenkollisionen zur Verfügung zu stellen. Die Nutzer beteiligen sich damit an der Jagd auf das Higgs-Teilchen.
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BerlinDas europäische Kernforschungszentrum Cern hat die Internetgemeinde aufgefordert, sich an der Suche nach dem Higgs-Boson zu beteiligen. Die User sollen Rechenzeit ihrer heimischen PCs für die Berechnung von Cern-Datenpaketen zur Verfügung stellen. Das Higgs-Teilchen gilt als das fehlende Puzzleteil im Standardmodell der Teilchenphysik, weil es anderen Teilchen ihre Masse verleiht. Wegen seiner fundamentalen Bedeutung für die Teilchenphysik wird es manchmal auch als "Gottesteilchen" bezeichnet.

Projekte, bei denen User Rechenzeit zur Verfügung stellen, sind in der wissenschaftlichen Welt durchaus verbreitet. Das wohl bekannteste dieser Grids ist Seti@home - ein Projekt, bei dem Daten von Radioteleskopen auf mögliche Signale außerirdischer Zivilisation untersucht werden.

Das Projekt, zu dem das Cern nun aufruft, heißt LHC@home 2.0. Es basiert auf der Berkeley Open Infrastructure for Network Computing (Boinc), eine Erweiterung des bereits 2004 gestarteten LHC@home.

Protonenkollisionen simulieren

Im ersten Teilprojekt dieses Grids namens Test4Theory@Home sollen Kollision von Protonen simuliert werden. Die errechneten Daten werden dann mit denen verglichen, die bei den im Teilchenbeschleuniger Large Hadron Collider (LHC) erzeugten Kollisionen aufgezeichnet wurden.

Organisiert wird das Grid-Projekt vom Citizen Cyberscience Centre, an dem neben dem Cern das Forschungs- und Ausbildungsinstitut der Vereinten Nationen (UNITAR) und die Genfer Universität beteiligt sind. Die Aktion steht im Rahmen des Europäischen Jahres der Freiwilligentätigkeit.

Das Citizen Cyberscience Centre hat auch gemeinnützige Grid-Projekte initiiert, wie etwa das Operational Satellite Applications Programm. Dabei werden durch verteiltes Rechnen Landkarten aus den Daten von staatlichen und privaten Satellitenbetreibern erstellt, etwa um die Auswirkungen von Naturkatastrophen in Ländern der Dritten Welt festzustellen oder um die Abholzung der Regenwälder zu verfolgen.

Kooperation mit World Community Grid

Ein anderes Projekt, Computing for Clean Water, führt das Citizen Cyberscience Centre unter anderem mit dem World Community Grid durch. Das Grid hat IBM 2004 für die humanitäre Forschung, etwa zur Entschlüsselung der genetischen Codes von Krankheitsauslösern, gegründet.

Die privaten Computer werden in einem solchen Grid zu einem virtuellen Supercomputer zusammengeschlossen, der immense Datenmengen verarbeitet. Die Berechnung einer Teilchenkollision, wie sie im Rahmen von Test4Theory@Home durchgeführt werden soll, würde mehrere Physiker mehrere Jahre lang beschäftigen, schreiben die Cern-Forscher. Per Gridcomputing werden indes nicht nur Simulationen berechnet, sondern auch die Daten der echten Kollisionen ausgewertet.

Private Computer für die Wissenschaft

LHC@home 2.0 ist nicht das einzige Grid, bei dem private Computer für wissenschaftliche Berechnungen eingesetzt werden. Weitere sind beispielsweiseClimateprediction.net, das versucht, den Klimawandel bis Ende des Jahrhunderts vorauszuberechnen, oder Einstein@Home, das die Daten des Laser Interferometer Gravitational-Wave Observatory auswertet.

Kommentare zu " Cern-Projekt: Jeder kann das "Gottesteilchen" jagen"

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  • Vielleicht wird das Higgs - Teilchen nie gefunden, weil die Natur der Dinge doch etwas anders ist.
    Nach der S-matrix-Theorie, ist das Higgs-Teilchen nicht nötig.
    Alle Materie und Energie ( zwei Seiten einer Münze ) sind immer und ewig in einander wandelbar.
    Es ist wie ein Tanz im Unuversum.
    Alles ist mit allem im Verbindung und Reaktion.
    Ein schöner Gedanke.
    Wenn das Higgs-Teilchen aber vorhanden ist, dann sollte es auch in anderen Dimensionen existieren.
    Wo sollte sonst das Potential dieses pot. Teilchens herkommen ?

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