Chaos Computer Club fordert Verzicht auf biometrische Merkmale
Streit um Nutzen von Fingerabdrücken in Pässen entbrannt

Der Chaos Computer Clubs (CCC) ist der Überzeugung, dass durch Fingerabdrücke und andere biometrische Merkmale die Fälschungssicherheit eines Reisepasses nicht erhöht wird. Grund: Sie können angeblich zu leicht gefälscht werden.

HB BERLIN. Clubsprecher Andy Müller-Maguhn sagte am Donnerstag in Berlin: „Zum Preis von mehreren Hundert Mill. € wird hier mit Steuergeldern dem Bürger eine Sicherheitssimulation verkauft, die auch nicht im Entferntesten eine Erhöhung des Sicherheitsniveaus gegenüber qualifizierten Angreifern oder gar Terroristen bringt.“

Das Bundesinnenministerium wies die Darstellung des CCC zurück: „Der Chaos Computer Club soll bei seinen Leisten bleiben und sich mit Hackern beschäftigen und nicht mit dem Thema Sicherheit“, sagte Sprecher Dirk Inger. Durch den Einsatz biometrischer Merkmale werde das Fälschen von Ausweisen nicht erschwert. Es werde jedoch verhindert, dass eine Person etwa mit dem Pass eines anderen einreist. „Ausweise mit biometrischen Merkmalen werden die (Innere) Sicherheit verbessern.“

Die Innenminister der G5-Staaten Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien hatten Mitte des Monats ihren politischen Willen bekundet, bis zum Jahr 2006 den Fingerabdruck als biometrisches Merkmal für Reisepässe einzuführen.

Der Chaos Computer Club, der wiederholt Schwachstellen in technischen Großsystemen aufgedeckt hat, fordert einen Verzicht auf biometrische Merkmale in Ausweispapieren. Auf seiner Website demonstriert er, wie einfach sich Fingerabdrücke fremder Menschen zur Überlistung biometrischer Erkennungsgeräte fälschen lassen. Im wesentlich genüge es, sich den Fingerabdruck etwa durch kurzzeitigen Zugriff auf ein Trinkglas oder einen anderen berührten Gegenstand zu verschaffen.

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